Leiser Belag für lauten Verkehr

Leiser Belag für lauten Verkehr

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Teaserbild-Quelle: Thomas Staenz
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Zumindest ein Teil der lärmgeplagten Einwohner von Gelterkinden BL kann aufatmen: Rund 500 Meter der Hauptstrasse wurden mit einem neu entwickelten «Flüsterbelag» saniert. Der Hersteller garantiert dabei eine Schallreduktion, die fast einer Halbierung des Lärms gleichkommt. Andernfalls verpflichtet er sich, das Stück Strasse auf eigene Kosten zu erneuern.

 
 
Viele Einwohner der Schweiz leiden unter Verkehrslärm. Schlaflosigkeit, Schmutz und Gefahr durch rollende Fahrzeuge sind dabei die meistgenannten Übel. Weil unser Land – die Bandstadt von St. Gallen bis Genf – nur eine begrenzte Anzahl Bauplätze ausserhalb von lärmgefährdeten Zonen aufweist, sind viele Bewohner den Immissionen ausgesetzt. Bis zum Jahr 2018 müssen gemäss eidgenössischer Lärmschutz-Verordnung aus dem Jahre 1986 «geeignete Massnahmen oder Erleichterungen gewährt werden». Konkret heisst dies, dass die Kantone sämtliche Kantonsstrassen innerorts sowie die kantonalen Hochleistungsstrassen bei Überschreitung der Lärmgrenze sanieren müssen.
 
Laut einer Schätzung des Bundesamtes für Umwelt beträgt der Gesamtaufwand für die Sanierung sämtlicher betroffener Verkehrsträger rund vier Milliarden Franken. Mit diesem Geld werden Lärmschutzwände erstellt, Schallschutzfenster eingebaut oder verkehrs- und raumplanerische Massnahmen getroffen. Als wirksamste Methode hat sich dabei die Lärmbekämpfung an der Quelle erwiesen. Dies wird in erster Linie mit geräuschdämpfenden Oberflächen erreicht wie zum Beispiel mit den bekannten «Flüsterbelägen». Diese eignen sich mit ihrer grobkörnigen Struktur jedoch nur für schnell befahrene Strassen, da durch die hohe Geschwindigkeit der Fahrzeuge Dreckpartikel aus den Vertiefungen geschleudert werden. Bei niederen Tempi verpufft dieser Effekt, weil sich Dreckpartikel im Belag festsetzen und diesen verstopfen.

Gelterkinden als Pionier

Erstmals wurde nun bei einer 50er-Ortsdurchfahrt ein neuentwickelter leiser Belag verbaut, der während der ersten fünf Jahre eine Lärmreduktion um minimal 6,5 Dezibel garantiert. Die Verantwortlichen der Baselländer Gemeinde Gelterkinden liessen sich von den Vorteilen des Belages Nanosoft überzeugen und liessen ihn auf einem Abschnitt der Sissacherstrasse von rund 500 Metern Länge verlegen. Einziger Makel des neuen Superbelages ist der rund doppelt so hohe Preis wie bei einem herkömmlichen Produkt. Im Fall Gelterkindens lohnt sich diese Investition aber von Anfang an. Die Mehrkosten von rund 80 000 Franken werden durch Einsparungen bei den Schallschutzfenstern von 100 000 Franken mehr als kompensiert.

Praxistest steht noch aus

Verbaut wird der patentgeschützte Nanosoft-Belag von der Firma Colas mit Sitz in Lausanne, die zum französischen Bouygues-Konzern gehört. Nach ersten Tests im Jahr 2000 folgten laut einem Sprecher der Firma ab 2005 erste Aufträge in Frankreich und in der Romandie. Heute liegen rund sechs Kilometer davon in der Westschweiz, dieses Jahr kommen schweizweit nochmals soviel dazu, vor allem in Genf. Als «Quantensprung» bezeichnet André Schenker, Projektleiter beim baselländischen Tiefbauamt das neue Produkt. Der bisher verwendete Belag habe den Verkehrslärm nur um ein Dezibel gesenkt. Nun lasse man sich zunächst mindestens 8,5 Dezibel Reduktion garantieren, nach fünf Jahren noch mindestens 6,5 Dezibel und langfristig im Minimum vier Dezibel. Laut Schenker kommt die Lärmreduktion auch jenen zugute, die knapp unter dem Alarmwert belastet sind, ab dem Schallschutzfenster bezahlt werden, oder wo kein Platz für Lärmschutzwände vorhanden ist.
 
Der neue Superbelag soll laut Hersteller gleich belastbar sein wie ein Standardbelag. Mit 14 000 Fahrzeugen am Tag sei Gelterkinden ein typischer Fall für eine Schweizer Ortsdurchfahrt, so André Schenker. Andernorts halte der Belag inzwischen über fünf Jahre, das habe sich der Kanton als Minimum festschreiben lassen. Normale Beläge hielten an vergleichbaren Orten rund 15 bis 20 Jahre. Das Langzeitverhalten bleibt gemäss Schenker als «Restrisiko» für den Kanton abzuwarten, bereits seien aber weitere Sanierungen damit geplant.
 
 
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