Leichte Platten für schweres Gerät

Leichte Platten für schweres Gerät

Gefäss: 

Ob schwere Baumaschinen vor dem Sinken bewahren oder Open-Air-Besucher vor Matsch – neuartige Bodenplatten sollen es möglich machen. Der von der Empa mitentwickelte Bodenbelag schützt den Grund und soll verhindern, dass Schlamm entsteht.

Bei dem Belag handelt es sich leichte, grossflächig verlegbare, viereckige Bodenplatten aus einem mit Glasfasern versetzen Polymer. „Sie sind leichter und dünner, haben aber eine grössere Fläche als die bislang an Grossanlässen benutzten sechseckigen Platten in Wabenform“, sagt Christian Affolter, Forscher in der Empa-Abteilung „Mechanical Systems Engineering“. Die geringe Dicke der rechteckigen Platten von zehn Millimetern und die Fläche von knapp einem Quadratmeter sollen Transport und Verlegung vereinfachen. Neu dabei sei daran nicht nur die Verwendung eines speziellen, stabilen und gleichzeitig leichten Werkstoffverbunds sondern auch die Art und Weise, wie sich die einzelnen Platten miteinander verbinden lassen. Herkömmliche wabenförmige Platten werden beim Verlegen mit einer Art Hakensystem aneinander gehängt. Die an der Empa entwickelten Platten werden über Laschen an ihren Kanten zusammengefügt. Resultat so ein lückenloser Teppich,  der so kaum Schlamm durchdrücken lässt. Zurzeit wird der sogenannte „Scobavent“ an diversen Anlässen getestet.

Was für Festivalbesucher gut genug ist, dürfte es etwa auch für Baumaschinen sein. Eine dickere Version des Bodenbelags ermöglicht es, schweres Gerät auf weichen Untergrund zu stellen ohne dass es diesen zerstört oder gar darin einsinkt. Zudem lassen sich laut Empa aus den Platten auch temporäre Strasse zu schwer zugänglichen Orten bauen.  – Entsprechende Testes mit Baggern, Feuerwehrfahrzeugen und einem 60 Tonnen schweren Kran hätten die Platten problemlos gemeistert, heisst es in der Medienmitteilung.

Allerdings unterscheidet sich die Platte für grosses Gerät von Festival-Platten: Scobamat werde nicht wie Scobavent aus einer Rohmasse gepresst, sagt Christian Affolter. Dazu werden Fiberglasgewebe mit einem Epoxidharz laminiert. Darauf folgt eine nächste Schicht, in der die Glasfasern quer zu den Vorherigen angelegt sind und ebenfalls mit dem Harz getränkt werden, welches dem Verbund seine Festigkeit verleiht. Mehrere solcher Schichten ergeben schlussendlich eine stabile, in alle Richtungen biegsame Laminat-Platte von zwei auf vier Metern, die den Weg zu einer Baustelle über weichen Untergrund ebnen kann. Damit sie beim Befahren nicht verrutschen, werden die einzelnen Platten  mit Kunststoffdübeln oder Erdnägeln im Boden verankert. (mai/mgt)