Leichte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

Leichte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

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Obwohl die Wohnungsknappheit in der Schweiz kaum abgenommen hat und die Mieten noch immer deutlich ansteigen, erhöhte sich die Zahl der leeren Wohnungen landesweit innerhalb eines Jahres um 1700 Einheiten. Dies geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik hervor.
 
Zwischen Anfang Juni 2010 und Anfang Juni 2011 stieg die Zahl als leer gemeldeter Wohnungen von 36'710 auf 38'420. Die Quote unbewohnter, aber auf dem Wohnungsmarkt angebotener Wohnungen erhöhte sich damit im landesweiten Durchschnitt leicht, und zwar von 0,92 Prozent auf 0,94 Prozent. Damit hat die Anzahl leerer Wohnungen um 5 Prozent zugenommen.
 
Unter den Grossregionen verzeichnete einzig die Nordwestschweiz eine Abnahme bei den leer stehenden Wohnungen und bei der Leerwohnungsziffer. In den restlichen Grossregionen erhöhten sich die Leerstände oder vielmehr die Leerwohnungsziffern im Vergleich zum Vorjahr. In sechzehn Kantonen stiegen die Leerstände, in zehn Kantonen nahmen sie ab. Die grösste Zunahme bei der Leerwohnungsziffer verzeichnete der Kanton Appenzell Ausserrhoden (von 1,22% auf 1,99%), die grösste Abnahme gab es im Kanton Glarus (von 1,82% auf 1,27%). Die höchste kantonale Leerwohnungsziffer registrierte der Kanton Solothurn mit 2,09 Prozent. Über weiterhin am wenigsten leer stehende Wohnungen im Verhältnis zum Wohnungsbestand verfügt der Kanton Genf mit 0,25 Prozent.

Mieterverband: Gemeinnützigen Wohnungsbaus fördern

Auch wenn sich die Lage leicht zu entspannen scheint, warnt der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) weiterhin vor den Folgen des immer noch sehr knappen Angebots. Während in Zürich nur gerade 0,06 Prozent der Wohnungen leer stünden und in Genf die Leerwohnungsziffer seit Jahren unter 0,25 Prozent liege, stiegen die Preise weiter, warnt der Verband. Auch in bestehenden Mietpreisverhältnissen käme es zu Preissteigerungen: Trotz sinkenden Zinsen seien die Bestandsmieten in den vergangenen drei Jahren um über vier Prozent gestiegen, während ausgeschriebene Wohnungen um acht Prozent teurer geworden seien.
 
Die Situation erfordere den Bau neuer Wohnungen und vor allem eine Ankurbelung des gemeinnützigen Wohnungsbaus, schreibt der SMV. Die Anstrengungen von Bund, Kantonen und Gemeinden zugunsten von Genossenschaftswohnungen sind laut dem Verband "ungenügend".
 
Linktipp: Statistischer Atlas des Bundesamts für Statistik zum Thema Bauen und Wohnen www.atlas.bfs.admin.ch