Leck im Atomkraftwerk Fukushima behoben

Leck im Atomkraftwerk Fukushima behoben

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Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima behoben worden. Dank des Einsatzes von Flüssigglas dringe kein Wasser mehr aus der Leitung des Reaktors 2. Dies teilte die Betreiberfirma Tepco am Mittwoch mit.
 
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Bild der Zerstörung: Drei Minuten nach einer Explosion im Atomkraftwerk Fukushima.
 
«Die Arbeiter haben um 5.38 Uhr bestätigt, dass kein Wasser aus dem Graben mehr ausläuft», erklärte Tepco in Tokio. Die Abdichtung des Lecks sei durch die Zufuhr von 1500 Litern Natriumsilicaten, sogenanntem «Wasserglas» gelungen. Die Einsatzkräfte vor Ort hatten zunächst versucht, den 20 Zentimeter langen Riss in der Leitung des Reaktors 2 mit Beton zu verschliessen. Dieser Versuch scheiterte ebenso wie der Einsatz einer Mischung aus Kunstharz, Zeitungspapier und Sägespäne.
 
Durch den Riss an der Leitung waren bereits seit dem Wochenende grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte.
 

Platz schaffen

Unabhängig von dem Leck an der Leitung des Reaktors 2 hatte Tepco am Montag damit begonnen, 11500 Tonnen schwach radioaktives Wasser in den Pazifik zu leiten. Die Massnahme sei erforderlich, um Platz für stärker radioaktiv verseuchtes Wasser zu schaffen, hiess es zur Begründung. Helfen soll auch ein Tankfloss, das bis zu 10 Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Wasser aufnehmen kann. Es wird in einer Werft in der Tokioter Nachbarstadt Yokohama umgebaut und wird nach dem 16. April an der Atomruine zum Einsatz kommen.
 

Fischer beunruhigt

Experten machen sich Sorgen, weil das Wasser nicht nur schnell abbaubares Jod 131, sondern auch langlebiges radioaktives Caesium 137 enthalte. Dadurch könnten Meerestiere dauerhaft radioaktiv belastet werden. Im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk ist jeder Fischfang verboten. Eine Fischerkooperative der Präfektur Fukushima äusserte sich erbost darüber, dass Tepco absichtlich radioaktives Wasser in den Pazifik leitet.
 
Auch Südkorea äusserte sich besorgt über die Einleitung des verseuchten Wassers ins Meer und bat Japans Aussenministerium um genauere Angaben. Das Ministerium müsse jedoch zunächst selbst Angaben zu den Strahlenwerten einholen, wie ein Sprecher sagte.
 

Importverbote

Als erstes Land verhängte Indien am Dienstag ein Importverbot für Lebensmittel aus ganz Japan. Das Verbot trete sofort in Kraft, erklärte die indische Regierung in Neu Delhi. Es gelte zunächst für drei Monate oder bis es glaubwürdige Informationen gebe, dass die Strahlengefahr auf akzeptable Grenzen gesunken sei. Bislang hatten mehrere Länder wie China, die USA und Singapur Einfuhrverbote für Lebensmittel aus bestimmten japanischen Gebieten erlassen, nicht aber für Produkte aus dem ganzen Land.
 

Entschädigungen

Tepco erwägt nun einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Reaktorkatastrophe. Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Mittwoch meldete, würden sich sowohl der Betreiber als auch der Staat daran beteiligen.
 
Wie hoch die Entschädigung für die Opfer am Ende ausfällt, wird noch geprüft. Es sind nicht nur die Bewohner betroffen, auch Landwirte, Fischer und Produktionsfirmen haben enorme Schäden durch die weiter andauernde Katastrophe erlitten. (sda/mh)