LafargeHolcim will sparen

LafargeHolcim will sparen

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Nachdem am Dienstag bereits die Aktien des fusionierten Zementriesen LafargeHolcim an der Börse gehandelt wurden, präsentiert der Konzern nun seine Ziele für den Integrationsprozess. LafargeHolcim will innerhalb von drei Jahren 1,4 Milliarden Euro einsparen.

Swatch-Chef Nick Hayek kann sich freuen. LafargeHolcim hat für jeden seiner 115'000 Angestellten weltweit Swatch-Plastikuhren gekauft, auf deren schwarzem Armband das neue aus L und H zusammengesetzte Logo des neuen Zementriesen in Weiss prangt. Auf offiziellen Firmenschildern kommt das Logo - der Industrie angemessen - in betongrau daher.

Und betonhart sind auch die Ziele, die sich der neue Zementgigant gesteckt hat. Bis in drei Jahren wolle LafargeHolcim 1,4 Milliarden Euro an Einsparungen erzielen, wiederholte der neue Konzernchef Eric Olsen bereits früher bekannt gegebene Absichten am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Davon stammten 1 Milliarde Euro aus betrieblichen Einsparungen und 400 Millionen Euro aus finanziellen Synergien. So sollen die generellen und administrativen Kosten um 250 Millionen Euro gedrückt werden, wie Olsen erklärte. 340 Millionen Euro wolle man beim Einkauf sparen. Und betriebliche Verbesserungen sowie Innovationen sollen je 200 Millionen Euro einbringen.

Die gesamte Integration solle bis Ende 2016 abgeschlossen ein. Das ganze Synergiepotential wolle LafargeHolcim bis in drei Jahren erreichen. Den Einsparungen stünden Kosten von 1 Milliarde Euro gegenüber, um die Synergien zu erreichen, sagte Olsen.

Entlassungen?

Zu den Auswirkungen aufs Personal blieb der neue Konzernchef vage. Er wiederholte lediglich frühere Aussagen, wonach in der Schweiz auf Konzernebene 120 Stellen gestrichen würden. Auf der Lafarge-Seite sollen insgesamt 380 Jobs wegfallen, davon gut 160 Arbeitsplätze in Frankreich, wie Olsen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda bestätigte. Darüber hinaus könne es zu weiteren Stellenstreichungen kommen. Dies könne in Bereichen oder regionalen Organisationen geschehen, in denen es Überschneidungen gebe. Überlappungen gebe es beispielsweise in den USA, sagte Olsen. Details hierzu würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Personalvertreter von Lafarge hatten jüngst Befürchtungen geäussert, wonach es nach der Fusion zu einer Entlassungswelle kommen könnte. Angesichts der von den Wettbewerbsbehörden verlangten Verkäufen von Konzernteilen würden allein bei Lafarge etwa 10'000 Angestellte aus dem Unternehmen ausscheiden.

Angesichts der verfügbaren Informationen und gestützt auf Analysen der europäischen Personalvertretung von Lafarge stünden weitere Kündigungswellen in den ersten Jahren von LafargeHolcim bevor, hiess es. Zudem besteht laut den Delegierten des Personals ein grosses Risiko, dass die Arbeitsbedingungen deutlich verschlechtert werden.

An der Börse 41 Millarden Franken schwer

Dank seiner Grösse mit Zementfabriken auf der ganzen Welt muss der neue Konzern kaum noch in den Bau von neuen teuren Werken investieren. Dadurch sollen die Ausgaben für Investitionen sinken. Hier will LafargeHolcim 200 Millionen Euro weniger ausgeben als bisher die beiden Konzerne insgesamt.

Im Gesamten ist der weltgrösste Zementkonzern in 90 Ländern tätig und kommt auf einen Umsatz von 33 Milliarden Franken. Am Vortag, als die gemeinsame LafargeHolcim-Aktie zum ersten Mal an der Schweizer und an der Pariser Börse gehandelt wurde, hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Marktkapitalisierung von 41 Milliarden Franken erreicht. (sda)