Lafarge-Holcim verschlankt Führungsstruktur

Lafarge-Holcim verschlankt Führungsstruktur

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Eine einfachere Führungsstruktur für den Zementkonzern Lafarge-Holcim: Die Co-Präsidentschaft im Verwaltungsrat fällt künftig weg. Dies gab das Unternehmen anlässlich der Vorstellung der Jahresresultate bekannt gab.

Bruno Lafont entschied sich nicht zur Wiederwahl an der kommenden Generalversammlung anzutreten, wie der Zementkonzern weiter mitteilte. Damit bereinigt die fusionierte Gruppe eine Doppelspitze, die laut Angaben von Experten die Führung zwischen Paris und Zürich nicht immer einfach gemacht hat. Verwaltungsratspräsident ist derzeit der Schweizer Beat Hess. Einen Zusammenhang mit dem Rückzug von Lafont aufgrund von eingestandenen Fehlern in Syrien wollte der Konzern vor den Medien nicht bestätigen. „Es sei ein persönliche Entscheidung von Bruno Lafont“, sagte Konzernchef Eric Olsen an einer Medienkonferenz.

Zudem wurde an der Medienorientierung deutlich, dass der Zementkonzern weiterhin seine Kapitalkosten nicht verdient. Zwar erhöhte sich 2016 die Rendite auf das investierte Kapital um 0,8 Prozent auf 5,6 Prozent. Allerdings liegen die Kapitalkosten laut Konzernchef Olsen zwischen 7 und 7,5 Prozent. Am strategischen Ziel, die Rendite auf das investierte Kapital um rund 3 Prozent zu erhöhen, will Olsen allerdings festhalten. Die Kapitalkosten sollen laut dem Manager ab 2018 verdient werden.

Eine regionale Aufteilung dieser in Finanzkreisen weithin beachteten Kennzahl wollte der Konzern nicht geben. Finanzchef Ron Wirahadiraksa sagte lediglich vor den Medien, dass alle Regionen zu der Verbesserung beigetragen haben und die Gruppe bei diesem Ziel gut unterwegs sei. Bezüglich der verhaltenen Zahlen bei den Absatzmengen und Umsätzen in manchen Regionen gibt sich das Management um Olsen dennoch optimistisch. "Wir sehen Erholungstendenzen in zahlreichen Märkten", sagte er dazu vor den Medien.

Zu Aufträgen in den USA sagte der Konzernchef, dass die Mitarbeiter vor Ort sämtliche Infrastrukturprojekte im Auge hätten. Dazu zählten neue Highways und Flughäfen. "Wir sind die Nummer Eins im Zementmarkt der USA, und es gehört zu unseren Aufgaben, alle Geschäftschancen wahrzunehmen", erklärte er. Auf den von US-Präsident Donald Trump geplanten Mauerbau an der Grenze zu Mexiko ging Olsen aber nicht ein. (sda/mai)