Kunterbuntes Treiben

Kunterbuntes Treiben

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Teaserbild-Quelle: Foto: Hans Giesinger
 
 
«Micky-Maus-Architektur», stöhnte Max Frisch, als in Zürich Santiago Calatravas Bahnhof Stadelhofen gebaut wurde. «Konditorei aus Eisenbeton» war eine weitere verbale Unfreundlichkeit, die er dem Bau an die geschwungenen Verstrebungen warf. Das war Mitte der 80er-Jahre, als die Postmoderne blühte. Doch nicht nur die Architektur setzte auf Verspieltheit und bediente sich aus dem Fundus der Stilgeschichte, sondern auch das Design. Diese Zeit thematisiert das Landesmuseum in Zürich mit der Ausstellung «Postmodernism. Style and Subversion 1970–1990» des Londoner Victoria-und-Albert-Museums.
 
Neben kunterbunten Exponaten wie Objekten der Designergruppe Memphis geht es etwa um die Architekten ­Robert Venturi und Denise Scott Brown, die mit ihrem Buch «Learning from ­Vegas» der Vergnügungsarchitektur der Spielermetropole auf den Grund gingen und damit einen der für die Postmoderne wichtigsten Texte verfassten. Weitere Schwerpunkte sind Musik und Mode. Zudem hat das Landesmuseum die Schau um die ­Beiträge der Schweiz zu jener Epoche ergänzt. Dazu zählen die Bauten Mario Bottas, die Möbel des Architektenpaars Trix und Robert Haussmann oder die Musik von Yello. (mai)
 
«Postmodernism. Style and Subversion 1970–1990»
06.07.2012–28.10.2012
Landesmuseum, Museumstrasse 2, 8021 Zürich
Öffnungszeiten: Di - So 10:00 - 17:00 Uhr / Do 10:00 - 19.00 Uhr / Nationalfeiertag, 1.8.2012, geöffnet