Kunst am Bau: Perlen von Pipilotti Rist für Nationale Suisse

Kunst am Bau: Perlen von Pipilotti Rist für Nationale Suisse

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Gerry Nitsch

Die Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist hat der Versicherungsgesellschaft Nationale Suisse einen riesigen Perlenvorhang ins Treppenhaus gehängt. Gemeinsam mit zwei weiteren Kunst-am-Bau-Projekten von Hans Danuser und Daniel Robert Hunziker schmückt das Werk den sanierten Hauptsitz am Steinengraben in Basel.

Die Versicherungsgruppe Nationale Suisse hat die Renovationsarbeiten an ihrem Hauptsitz in Basel abgeschlossen. Das unter der Federführung des Architekturbüros Burckhardt und Partner entstandene hochmoderne Bürogebäude erweitere die Infrastruktur und bringe mehr Flexibilität und Arbeitsqualität, heisst es in einer Mitteilung. Der Umbau am Steinengraben stelle aber nicht nur eine Aufwertung der Architektur dar, sondern setze auch neue Schwerpunkte in der Kunstsammlung von Nationale Suisse. „Die drei Kunst-am-Bau-Projekte von den Schweizer Künstlern Hans Danuser, Daniel Robert Hunziker und Pipilotti Rist unterstreichen nicht nur die repräsentative Rolle des Firmenhauptsitzes, sondern markieren einen weiteren Höhepunkt in der Geschichte der traditionsreichen Kunstsammlung.“ Die Projekte seien eine spannende Bereicherung für die Sammlung Nationale Suisse, da die drei Kunstschaffenden darin bisher nicht vertreten waren.

Pipilotti Rist inszeniert eine Farbenflut im Treppenhaus

Die für die Öffentlichkeit am besten sichtbare Kunstintervention realisierte Pipilotti Rist. Ihre Installation „aufgeweckter Rosenscheitel“ befindet sich im sechsstöckigen Treppenhaus, das die Gebäude am Steinengraben 41 und 39 miteinander verbindet. Gemäss den Vorstellungen von Rist wurden vor dem Fenster des Treppenhauses tausende farbige, facettierte Kugeln an Drähte gehängt und miteinander verwoben. Sie wirken wie ein Vorhang und sind aus der Distanz als Bildmotiv lesbar. Dank der transparenten Fassade des Gebäudes ist das Kunstwerk von aussen gut sichtbar.

Hans Danuser thematisiert die Entscheidungsfindung im Verwaltungsratssaal

Hans Danusers künstlerische Intervention „Joggeli“ erstreckt sich insgesamt über drei Räume: das Entrée, den Verwaltungsratssaal und das Gästerestaurant. Die Arbeit reiht sich in Danusers Counting Out Rhyme Projekt zum Thema „Entscheidungsfindung“ ein und verweist damit auf die Funktion des Verwaltungsratssaals als Ort für Findungsprozesse. Für die Wandbilder im Entrée und VR-Saal hat der Künstler einen Auszählreim in Bregagliot (Dialekt aus dem Bergell) und einen in Englisch gewählt und diese in Schriftbilder transformiert. Im Gästerestaurant taucht der namensgebende Vers „Joggeli söll ga Birli schüttle“ aus dem Kinderbuch von Lisa Wenger auf.

Deckenskulptur von Daniel Robert Hunziker im Personalrestaurant

Hauptmerkmal des Kunstwerks von Daniel Robert Hunziker im neuen Personalrestaurant ist das facettenreiche Spiel zwischen Innen- und Aussenraum, zwischen Ort und Umgebung. Durch die Nord-Süd-Ausrichtung des Raums dringt viel Licht durch die beiden Glasfassaden, das je nach Wetter und Jahreszeit variiert. In die gesamte Decke sind flache, dreieckige Pyramiden eingelassen worden, die in Form, Grösse und Anordnung einem frei interpretierten losen Raster folgen. Auf diese Weise entstand eine Vielzahl von unterschiedlich ausgerichteten Dreiecksflächen, die das einfallende Licht in Helligkeit und Farbe unterschiedlich reflektieren. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel zwischen skulptural geformter Decke und natürlichem Lichtspiel mit dem Ausblick über die Stadt und der Architektur des Gebäudes intensiviert.

Hauptsitz am Steinengraben wird weiterhin genutzt

Seit Oktober 2014 ist Nationale Suisse Teil der Helvetia Gruppe. Es ist geplant, Nationale Suisse vollständig in Helvetia zu integrieren. Auch nach dieser Integration werden die Gebäude am Steinengraben, das heisst der Bau aus dem Jahr 1942 sowie die jetzt renovierten Gebäude, durch den Eigentümer genutzt. So bleiben auch die Kunst-am-Bau-Projekte ein Teil der Kunstsammlung. Die Kunstsammlung Nationale Suisse wird, ergänzt um die Bestände von Helvetia, weiter gepflegt und ausgebaut. (pd)