Kühle Brise für Gösgen II

Kühle Brise für Gösgen II

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Das geplante Atomkraftwerk Gösgen II des Stromkonzerns Alpiq stösst in der betroffenen Region auf verhaltene Akzeptanz. Dies zeigte eine Informationsveranstaltung der Behörden und der Alpiq in Niedergösgen SO.
 
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Bis jetzt stellte sich einzig die Gemeimde Dulliken gegen das geplante KKW.
 
Der vom Kanton Solothurn organisierte öffentliche Anlass galt als erster regionaler Stimmungsbaromter bezüglich des AKW-Projekts zwischen Olten und Aarau. Die Veranstaltung wurde von rund 100 Personen besucht. Sie verlief ruhig und sachlich: Grundsätzliche Voten für oder gegen ein AKW im Niederamt wurden nicht geäussert. Ein Teilnehmer kritisierte jedoch, dass am Anlass einzig AKW-Befürworter informiert hätten und erhielt dafür Applaus. Votanten wiesen auf das ungelöste Endlagerproblem beim Atommüll hin. Die Bevölkerung der Region habe zur Kernenergie eine „kritisch-konstruktive Haltung“, so Landammann Walter Straumann (CVP). Der Kanton und die Region würden ihre Anliegen im Bewilligungsverfahren „sachgerecht einbringen“.
 
Zurzeit liegt der kantonale Richtplan „Neues Kernkraftwerk im Niederamt“ öffentlich auf. Jede Person kann bis zum 7. Juli Eingaben machen. Es gehe darum, ob der Kanton als Standort bereit für ein neues AKW sei, sagt Straumann. Einzig der Gemeinderat Dulliken stellte sich bislang grundsätzlich gegen ein neues AKW. Andere Gemeinden der Region, die eine gemeinsame Position suchen, forderten eine gerechtere finanzielle Abgeltung der Standortgunst.

Meinung der Region „sehr zentral“

Alpiq-Chef Giovanni Leonardo betont, die Meinung der Region sei „sehr zentral“. Ein Nein zum Projekt würde er persönlich akzeptieren. Ein Ja wäre jedoch „ein starkes Signal“, meint Leonardo. Das Schweizer Volk werde wohl in einem Referendum entscheiden. Nur wenn das Volk Ja sage, werde ein neues AKW gebaut. Um den Stromengpass zu verhindern, sind gemäss Alpiq-Chef zwei neue AKW notwendig.
 
Im Juni 2008 hatte der Stromkonzern das Rahmenbewilligungsgesuch für Gösgen II beim Bund eingereicht. Beim Bund liegen auch Gesuche für AKW-Projekte in Mühleberg BE und in Beznau AG. – Das AKW-Projekt Gösgen II sieht einen Leichtwasserreaktor mit einer Leistung zwischen 1100 und 1600 Megawatt vor. Geplant ist zudem der Bau eines rund 60 Meter hohen Hybridkühlturms, bei dem kaum Dampfschwaden entstehen sollen. (mai/sda)
 
Mehr zum Thema im Artikel „Kampf dem Gösgen 2“ vom 19. Mai 2010