Kreisel beim Goetheanum in Dornach stösst auf Widerstand

Kreisel beim Goetheanum in Dornach stösst auf Widerstand

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Taxiarchos228, CC BY 3.0, Wikimedia

Der geplante Verkehrskreisel unterhalb des Goetheanums in Dornach SO störe das geschützte Ortsbild, kritisiert eine Gegnergruppe. Die Gemeinde hat das Projekt weder dem Bundesamt für Kultur noch der Denkmalpflege Solothurn vorgelegt.

Quelle: 
Taxiarchos228, CC BY 3.0, Wikimedia
Die Kreuzung im roten Kreis soll in einen Kreisel umgebaut werden

Unterhalb des Goetheanums in Dornach befindet sich in rund 140 Metern Distanz eine Kreuzung. Diese soll durch einen Verkehrskreisel ersetzt werden. Für den Kreisel, die Erneuerung von Strassenbeleuchtung, Kanalisation und Werkleitungen sowie eine neue Abfallsammelstelle hat die Gemeindeversammlung rund 900 000 Franken bewilligt. Das war im Juni 2015.
Jetzt regt sich gegen den Kreiselbau Widerstand, wie die "AZ Solothurner Zeitung" berichtet. Anwohner haben gegen das Vorhaben Einsprache eingereicht. Daneben hat sich gemäss dem Bericht eine Gruppe formiert, die 580 Unterschriften gegen den Kreiselbau gesammelt habe.

"Sichtachse beeinträchtigt"
"Durch den Kreisel muss ein Teil des Geländes um das Goetheanum verbaut werden", wird eine Sprecherin der Gegnerschaft zitiert. Eine Altglassammelstelle und ein Biokompostcontainer, beides direkt beim Kreisel erstellt, störten das Ortsbild. Die Sichtachse zum Goetheanum werde durch den Kreisverkehr und die neuen Strassenlampen beeinträchtigt.
Das Gelände um das Goetheanum steht unter dem kulturellen Schutz des Bunds und des Kantons. Die Gemeinde habe es aber versäumt, das Projekt dem Bundesamt für Kultur und der Denkmalpflege Solothurn zur Prüfung vorzulegen, kritisiert die Gegnerschaft weiter.
Zudem besteht eine Beratergruppe, die bei der Beurteilung von Baugesuchen in der Umgebung des Goetheanums beigezogen werden muss. Diese Gruppe will sich bald treffen, um das Projekt zu begutachten.

Ein Tiefbauprojekt
Der Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter hielt aber gegenüber der Zeitung fest, es handle sich um ein Tiefbauprojekt. Es würden "keine einschneidenden Massnahmen" ergriffen, die die Umgebung markant tangieren. Man sei im Vorfeld mit den Verantwortlichen des Goetheanums in ständigem Kontakt gewesen. "Die Verletzung von Schutzzielen war nie ein Thema." (pd)