Kredit für Sanierung in Ittingen gesprochen

Kredit für Sanierung in Ittingen gesprochen

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Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch mit der Beratung des Budgets 2014 einen Kredit über 4,6 Millionen Franken für die Sanierung der Ausstellungsräume des Kunstmuseums in der Kartause Ittingen bewilligt. Die Diskussion jedoch dauert drei Stunden.

 

Der Kanton Thurgau plant 2014 ein grosses Bauvorhaben: die Gesamtsanierung des Kunstmuseums Thurgau in der Kartause Ittingen. Allerdings stand das Projekt „Kunstmuseum“ von Beginn weg unter keinem guten Stern. So machte der Regierungsrat Fehler im Submissionsverfahren und musste die Sache auf eine neue Schiene bringen. In den letzten Monaten wurde das Projekt bereinigt und erneut besprochen. Allerdings sind nicht alle mit dem Resultat zufrieden. So wollte Klemenz Somm (Grünliberale/Kreuzlingen) den Objektkredit über 4,6 Millionen Franken für die Sanierung der Ausstellungsräume in der Kartause Ittingen streichen lassen. Grund: Die jetzige Sanierung löst einen Kunstmuseum-Neubau aus, der rund 13 Millionen Franken kostet; 11,3 Millionen will der Regierungsrat dem Lotteriefonds entnehmen.
 
Somm kritisierte, der Regierungsrat wolle das Kunstmuseum mit einem „Kunstgriff“ in den Lotteriefonds bauen; das sei rechtlich fragwürdig und moralisch bedenklich. Das Lotteriefonds-Geld sei nicht für Grossprojekte gedacht, sagte Kantonsrat Klemenz Somm. Hinzu kommt, dass der Regierungsrat weiterhin keinen Wettbewerb durchführen will. Das kritisieren sowohl Somm als auch Peter Gubser (SP/Arbon) scharf. Alex Frei (CVP/Eschlikon) forderte wie Gubser: „Zurück auf Feld 1!“ Urs Martin (SVP/Romanshorn) sagte, beim Kunstmuseum müsse man lieber spät als nie die Reissleine ziehen. Martin reklamierte Vetternwirtschaft und sprach von einem „doppelten Foul“ am Stimmvolk.
 
Die Debatte über das Kunstmuseum umfasste rund 20 Rednerinnen und Render und dauerte zirka drei Stunden. Baudirektor Jakob Stark und Kulturdirektorin Monika Knill machten sich am Schluss noch einmal stark für das Kunstmuseum-Projekt - mit Erfolg: Das Parlament lehnte den Streichungsantrag Klemenz Somms mit 66 zu 41 Stimmen ab. (ffi/sda)