Kostenexplosion bei Freiburgs Poyabrücke

Kostenexplosion bei Freiburgs Poyabrücke

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Im 2006 war man von Baukosten von 120 Millionen Franken für die Freiburger Poyabrücke ausgegangen. Neueste Schätzungen haben ergeben, dass mit 211 Millionen Franken schweren Ausgaben gerechnet werden muss. Die in diesem Zusammenhang von der parlamentarischen Untersuchungskommission(CEP) offengelegten Probleme sorgten im Kantonsparlament für heftige Debatten.

Mit der Poyabrücke quert die Saane und soll die Freiburger Altstadt vom Durchgangsverkehr entlasten . Diesen Herbst soll sie Bauwerk eröffnet werden. 2006 hatte das Freiburger Stimmvolk dem Bau der Brücke für 120 Mio. Franken zugestimmt. Im Jahr 2010 war die Rede von 148 Mio. Franken und nach neusten Schätzungen kostet die Brücke nun rund 211 Millionen Franken, also über 90 Millionen Franken mehr als geplant. Wegen der zu optimistischen Kostenschätzung entgingen dem Kanton Subventionen des Bundes in Höhe von 24,5 Mio. Franken.

Die Parlamentarische Untersuchungskommission (CEP)  hatte die Mehrkosten von über 90 Mio. Franken auf hohen Zeitdruck, aber auch auf eine unzureichende Organisation zurückgeführt. Zufrieden über den kritischen Bericht der CEP äusserte sich die SVP. "Der Zeitdruck ist keine Entschuldigung", sagte Roland Mesot. Es sei eine Tatsache, dass die Freiburger wegen zu optimistischen Schätzungen auf 24,5 Mio. Franken Bundesgelder verzichten müssten. Dem hielt Jean-Daniel Wicht 8FDP) entgegen, dass man auf dieses Projekt stolz sein solle, dessen Preis angesichts einer derart grossen Konstruktion gerechtfertigt sei, sagte Jean-Daniel Wicht (FDP). Derweil zeigte sich Mitte-Links-Bündnis (MLB) zeigte sich enttäuscht über die Stellungnahme der Regierung, wo doch dieser Bericht zu Selbstkritik Anlass geboten hätte. Und SP-Vertreter Pierre Mauron stellte Kommunikationsprobleme bei der Führung der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) fest. "Man muss sich um diese RUBD kümmern, die um Hilfe schreit", sagte Mauron.
 
Aus Sicht des RUBD-Vorstehers, Staatsrat Maurice Ropraz (FDP), würde ein organisatorischer und finanzieller Vergleich des Projekts mit anderen grossen Bauprojekten, beispielsweise der SBB, die Probleme relativieren. Ropraz wies vor dem Parlament auch darauf hin, dass bereits mit verschiedenen organisatorischen und personellen Massnahmen auf die Probleme des Poya-Projekts reagiert worden sei. (mai/sda)