Kosten als Streitpunkt

Kosten als Streitpunkt

Gefäss: 
Die Architekten des geplanten Feuerwehrstützpunktes der Stadt Bern haben eine Beschwerde gegen die Absicht von "Stadtbauten Bern" eingereicht, das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projkt ohne die Projektverfasser zu realisieren. Gund: Differenzen bei der Kostenplanung.
 
An der Autobahn im Gebiet Forsthaus soll der neue Berner Feuerwehrstützpunkt entstehen. Den Projektwettbewerb dafür hat die Ralph Baenziger Architekten AG aus Zürich gewonnen. Der Baubeginn ist für nächstes Jahr geplant. Nun will aber «Stadtbauten Bern», ein öffentlichrechtliches Unternehmen im Besitz der Stadt, auf die weitere Zusammenarbeit mit den Zürcher Architekten verzichten und Ausführungsplanung wie auch Realisierung des Stützpunkts anderen Planern anvertrauen. Gegen dieses Ansinnen hat Architekt Ralph Baenziger Beschwerde erhoben.
 
Rudolf Lanzrein, Chef von «Stadtbauten Bern», bestätigte entsprechende Angaben der Tageszeitung «Der Bund» gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur. Der neue Feuerwehrstützpunkt hatte schon vor rund einem Monat für Schlagzeilen gesorgt. Die Stadt Bern und «Stadtbauten Bern» gaben damals bekannt, dass der geplante Feuerwehrstützpunkt 53,9 Millionen Franken kosten werde und nicht wie geplant 35 Millionen. Für Lanzrein ist das Kosten- und Terminmanagement der Projektverfasser einer der Gründe für die Auflösung der Zusammenarbeit. Er will die Realisierung des Projekts einer anderen Firma übertragen. Lanzrein sieht dem Rechtsstreit gelassen entgegen und spricht von einem legitimen Entscheid gemäss einem Standardvertrag, der eine Phasenregelung beinhalte.
 
Das sieht Baenziger anders, der «das unfaire Ausbooten der Wettbewerbsgewinner als rechtsmissbräuchlich und willkürlich» bezeichnet. Er pocht auf das Urheberrecht seines Architektenteams, das für die Ausführungsplanung und Realisierung des Feuerwehrstützpunktes weiter zuständig bleiben sollte. Für die Mehrkosten wollen sich die Architekten, die stets auf Kostenwahrheit gedrängt hätten, den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen.