Kongresszentrum auf dem Zürcher Carparkplatz?

Kongresszentrum auf dem Zürcher Carparkplatz?

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Teaserbild-Quelle: Screenshot Maps for Free

Kann  auf dem Carparkplatz hinter dem Zürcher Hauptbahnhof ein Kongresszentrum gebaut werden, obwohl eine Baulinie mitten durch das Areal führt? Die IG für ein privat finanziertes Kongresszentrum weiss wie.

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Screenshot Maps for Free
Der Carparkplatz liegt zentral, in der Nähe von Hauptbahnhof und Landesmuseum.

Das Kongresshaus am See soll nicht neu gebaut, sondern lediglich saniert  und erweitert werden (Siehe Box). Dies entschied der Zürcher Stadtrat im Sommer 2013 und setzte so den langwierigen Diskussionen  um einen Neubau ein Ende. Zu stark dürfte der Vorschlag aus der Feder Rafael Moneos polarisiert haben. Während sich damals der  Heimatschutz für den Erhalt des Gebäudes aus der Landizeit engagierte, sagte das Stimmvolk 2008 an der Urne Nein zum Projekt, in dem es den dafür nötigen Landkauf ablehnte.

In der Folge entspann sich ein jahrelanges Hin-und-Her um einen anderen Standort für das neue Kongresszentrum. Doch auch diese Diskussionen verliefen schliesslich im Sand. Angedacht waren etwa die Kasernenwiese oder der Carparkplatz hinter dem Hauptbahnhof. Letztgenannter hatte jedoch keine guten Karten: Eine Baulinie führt mitten durch das Areal, weil hier einst Stadttunnel geplant war, was wiederum den Bau des Kongresszentrums nicht erlaubte.

Doch vielleicht wendet sich das Blatt, und ein Neubau wird trotzdem möglich. Wie der Tages-Anzeiger in seiner heutigen Ausgabe berichtete,  hatte dies die Interessengemeinschaft (IG) in Erfahrung gebracht, die sich für den Bau eines privat finanzierten Kongresszentrums für bis zu 3500 Teilnehmer einsetzt. Man habe mit dem Bundesamt für Strassen eine Lösung gefunden, wie man bauen könne, ohne die Linie zu verletzen, erklärte Jörg Arnold, Präsident der Zürcher Hoteliervereinigung und Mitglied der IG,. gegenüber der Zeitung. - Neben dem Zürcher Hotelierverband sind in der IG etwa die ETH, die Universität Zürich, die Handelskammer, der Bankenverband  und Zürich Tourismus mit von der Partie.  (mai)

Den Artikel des Tages-Anzeigers finden Sie hier (nach unten scrollen): www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Das-sind-die-Plaene-fuer-das-Kongresshaus/story/29238543


Grünes Licht für Umbau und Sanierung

Das Kongresshaus soll so saniert und umgebaut werden, dass es künftig auch für Kongresse mit bis zu 2500 Teilnehmern taugt. Für dieses Projekt beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat einen Kredit von 165 Millionen Franken. Wie Finanzvorstand Daniel Leupi im Gemeinderat sagte, besteht bei Kongresshaus und Tonhalle ein "hoher Sanierungsbedarf".

Die 1895 eröffnete Tonhalle und das angrenzende Kongresshaus sind  miteinander verbunden, und werden beide im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt. Mit dem Umbau soll der Komplex luftiger und moderner werden: Dazu wird der Panoramasaal aus den 1980er-Jahren  abgebrochen und an seiner statt ein Restaurant mit Terrasse gebaut.

Zu den 165 Millionen kommen noch weitere 73 Millionen Franken. Damit soll die Kongresshaus-Stiftung, welche die beiden Gebäude besitzt, entschuldet werden. Das Grundstück geht dabei an die Stadt, die es im Baurecht der Stiftung zur Verfügung stellt.

Der Baubeginn ist für Sommer 2017 geplant. Und im 2020 sollen Tonhalle und Kongresshaus dann wieder bezugsbereit sein. Während dieser Zeit spielt das Tonhalle-Orchester in einem Provisorium in der Maag-Halle in Zürich-West. Dafür zahlt die Stadt einen einmaligen Beitrag von 1,65 Millionen Franken, der ebenfalls zum 240-Millionen-Kredit gehört.

Der Gemeinderat stimmte dem 240-Millionen-Franken-Kredit schliesslich mit 100 Ja- zu 22 Nein-Stimmen zu. Das letzte Wort hat das Stimmvolk. Leupi zeigte sich aber für die bevorstehende Abstimmung zuversichtlich. (mai/sda)