Komfortable Biozonen: Pariser Zoo wiedereröffnet

Komfortable Biozonen: Pariser Zoo wiedereröffnet

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg
Einer der ältesten Freigehege-Zoos der Welt wurde am Wochenende nach einer fünf Jahre dauernden Sanierungs- und Umbauphase wiedereröffnet. Die Rede ist vom Pariser Zoo, der bereits seit 1934 existiert.

Was die Heimat von 170 Arten im Zoo de Vincennes seit jeher attraktiv macht, sind seine tierischen Stars in fünf Biozonen (Madagaskar, Guayana, Eiropa, Sahel-Sudan und Patagonien) sowie die innerstädtische Lage direkt am Bois des Vincennes. 85 im Zoo lebende Spezien sind in ihrer natürlichen Heimat durch menschliche Zerstörung vom Aussterben bedroht.

Nach dem 167 Millionen Euro teuren Totalumbau des mit 14,5 Hektar eher kleinen Tierparks, der von drei Verkehrsadern triangulär gerahmt wird, bietet die von Jacqueline Osty neu gestaltete Ebene vielfältigere Perspektiven als je zuvor. Zu Füssen des 65 Meter hohen Affenfelsens aus Beton, seit jeher das Wahrzeichen des Zoos, wandeln die Besucher auf sich schlängelnden Pfaden durch mal feuchte, mal trockene Täler, über bewaldete Hügel und erreichen immer wieder erhöhte Aussichtspunkte, die für überraschende Aus- und Einblicke sorgen. Zwei weitere Biozonen, nämlich Äquatorialafrika und Australien, sind in Vorbereitung.

Ein Design-Team rund um Bernhard Tschumi, ein New Yorker Architekt schweizerischer Herkunft, und Veronique Descharrières, entwarf und baute folgende, neue Gebäude: Eingangsvoliere und alle Eingangsgebäude, kleine Volieren, Raubvogelvoliere, großes Tropenhaus und alle Holz-Filter für die meisten Bauten; insbesondere das Haus für Giraffen und das zentrale Hub, wo sich ein Restaurant und das Habitat der Nashörner befinden.

Die Designer nutzten nach eigenen Worten „Techniken der Immersion, Sichtbarkeit und Tarnung, um zugleich den Tieren eine komfortable Umgebung in ihrem Habitat und den Besuchern eine starke sinnliche und emotionale Erfahrung“ zu bieten. Es ging ihnen angeblich nicht darum, traditionelle Zooarchitekturen zu schaffen, die die Natur dekorativ nachahmt, sondern fallsensitiv die Bedürfnisse der respektiven Tierart zu erfüllen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.(tw)