KOF-Baublatt-Indikator: Unverminderte Stärke im Wohnbau

KOF-Baublatt-Indikator: Unverminderte Stärke im Wohnbau

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Teaserbild-Quelle: baublatt/KOF
Nach den revidierten Werten des KOF-«baublatt »-Indikators für das vierte Quartal 2009 zeichnet sich eine Erhöhung der Wohnbauinvestitionen ab; diese werden sich im Vergleich zum Vorjahr nominell um 2,2 Prozent erhöhen.
 
 
Dies ist der höchste je verzeichnete Wert des Indikators. Der analoge Indikator für die gesamten Bauinvestitionen, der nicht revidiert wurde, wird nach einer Schrumpfung im dritten Quartal 2009 im Schlussquartal wieder auf Vorjahreshöhe liegen. Die Summe aus Wirtschaftsbau und Bauinvestitionen der öffentlichen Hand bleibt dabei stabil. Für das gesamte Jahr 2009 erwarten wir eine leichte Abnahme der nominellen Bauinvestitionen insgesamt um 0,7 Prozent, der Wohnbau wird dagegen um 2,0 Prozent zulegen. 
 
Da sich die beiden KOF-«baublatt»-Indikatoren auf die nominellen Bauinvestitionen beziehen, muss die Preisentwicklung mitberücksichtigt werden, um das damit verbundene Bauvolumen abzuschätzen. In der Grafik «Baupreise» ist daher die vom Bundesamt für Statistik (BfS) halbjährlich erhobene Preisentwicklung für Hochbauinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr sowie der von der KOF im Rahmen ihrer regelmässigen Umfrage
in der Bauwirtschaft erhobene Saldo der Preiserwartungen für das laufende Quartal im Hochbau abgetragen. Mit Hilfe dieser Zusatzinformationen lässt sich das zu erwartende Bauinvestitionsvolumen für den Wohnbau bzw. für die gesamten Hochbauinvestitionen ableiten.
 
Die Bauteuerung hielt bis Ende letzten Jahres an. Aus dem BfS-Baupreisindex geht hervor, dass die Kosten für Bauleistungen im Vergleich zum Vorjahr beinahe unverändert um 3,8 Prozent anwuchsen (neuere offizielle Zahlen sind derzeit noch nicht verfügbar). Die seit einem Jahr gehegten Erwartungen der Schweizer Firmen auf sinkende
Baupreise, blieben auch im ersten Quartal 2009 bestehen, wie dies aus den jüngsten KOF-Umfragen abgeleitet werden kann.
 

Hintergrund

Obwohl die Bauwirtschaft nur gut fünf Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beiträgt, machen die Bauinvestitionen etwa zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass auch die Vorleistungen zu einem erheblichen Teil aus dem Inland bezogen werden. Der Importanteil an den Bauinvestitionen ist somit vergleichsweise gering. Entsprechend dürften sich Änderungen in den Bauinvestitionen in höherem Ausmass als Schwankungen in anderen konjunkturreagiblen Branchen auf die restliche Wirtschaft übertragen. Voraussagen für die Bauinvestitionen sind darum nicht nur von Akteuren in der Baubranche und in den Zulieferbranchen, sondern auch allgemein von grossem Interesse.
 
Durch den Umstand, dass die meisten Bauvorhaben von einer staatlichen Bewilligung abhängen, liegt es nahe, Informationen über eingereichte Baugesuche und erteilte Baubewilligungen für die Vorhersage der zu erwartenden Bauinvestitionen zu nutzen. Die KOF hat daher die vom «baublatt» erhobenen Informationen über die Baugesuche und -bewilligungen ausgewertet und im Hinblick auf ihre Prognoseeigenschaften für die Bauinvestitionen untersucht. Auf Basis der Baubewilligungen hat die KOF zwei Indikatoren entwickelt, welche eine Voraussage über die zu erwartenden nominellen Investitionen im Wohnbau sowie für die Hochbauinvestitionen insgesamt in den nachfolgenden acht Monaten erlauben.
 
Diese beiden KOF-«baublatt»-Indikatoren werden viermal im Jahr publiziert und zeigen die zu erwartenden Investitionsausgaben in Millionen Franken sowie die Vorjahresveränderungsraten an. Die Indikatoren beziehen sich auf die nominalen Bauinvestitionen, weil die Angaben in den Gesuchen und Bewilligungen zu den geplanten Baukosten zu laufenden Preisen gemacht werden. Wegen der unterschiedlichen Saisonalität der Baubewilligungen und der Bautätigkeit werden die Niveauangaben einer Saisonbereinigung unterzogen. Zu beachten ist, dass die hier vorliegenden Indikatoren implizit eine konstante Realisierungsquote der bewilligten Bauinvestitionsvorhaben unterstellen. Diese Annahme wird künftig zu überprüfen sein.