Knappes Ja für Bündner Verwaltungsneubau

Knappes Ja für Bündner Verwaltungsneubau

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Gestern Sonntag gelangten auf Kantons- und Gemeindeebene verschiedene baurelevante Vorlagen an die Urne. So hat der Souverän unter anderem grünes Licht für das neue Bündner Verwaltungszentrum gegeben und in Schaffhausen der Uhrenmanufaktur IWC einen Neubau ermöglicht.
 
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Der alte Bettentrakt des Obwaldner Kantonsspitals wird mit einem neuen ersetzt.
 
Kanton Graubünden, Baukredit für Verwaltungszentrum. Der Kanton Graubünden kann für 69 Millionen Franken ein neues Verwaltungszentrum in Chur West bauen. Die Stimmberechtigten haben den entsprechenden Kredit für das Projekt „Sinergia“ nur hauchdünn genehmigt. Zur Abstimmung gelangte das von der Regierung vorgelegte und vom Parlament bewilligte Bauvorhaben, weil es dem obligatorischen Finanzreferendum unterlag. „Sinergia“ soll in Chur West 400 Arbeitsplätze der Kantonsverwaltung zusammenfassen, die gegenwärtig auf 44 Liegenschaften im Stadtzentrum verteilt sind. Der Kanton will mit dem Bau Kosten sparen, Synergien nutzen und Abläufe optimieren. Er rechnet mit Einsparungen von bis zu 1,9 Millionen Franken pro Jahr. – Der Neubau ist vor allem in der Kantonshauptstadt ziemlich umstritten: Die Gegner warnten vor den negativen Folgen des Wegzugs von Arbeitsplätzen aus der Innenstadt für Handel und Gewerbe. Allerdings stellt der Neubau in Chur West nur einen ersten Schritt zur Zusammenlegung der Verwaltung dar. In einem zweiten Schritt sollen zusätzliche 270 Arbeitsplätze in einem Erweiterungsbau konzentriert werden. Auch diese Etappe müssem Parlament und Stimmvolk bewilligen.
 
Kanton Obwalden, Baukredit für Bettentrakt des Kantonsspitals. Das Kantonsspital in Sarnen erhält einen neuen Bettentrakt und soll damit attraktiver und konkurrenzfähiger werden. Mit einem überwältigenden Mehr hat das Stimmvolk den nötigen Kredit von 40,4 Millionen Franken gutgeheissen. Der heutige Bettentrakt, ein komplett veralteter, 100-jähriger Altbau, kann somit durch einen neuen ersetzt werden. Der Neubau mit 63 stationären Betten soll ausschliesslich Einer- und Zweierzimmern enthalten. Für die Architektur zeichnet das Büro Fugazza Steinmann & Partner verantwortlich.
 
Stadt Aarau, Energieinitiative. Die Stadt richtet ihre Energiepolitik auf die Ziele der 2000- Watt-Gesellschaft aus. Das Volk hat einen Gegenvorschlag des Stadtrats und des Einwohnerrats zur links-grünen Initiative „Energiestaddt Aarau konkret“ klar gutgeheissen. Die Initiative hatte einen vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2025 sowie einen Verkauf der direkten und indirekten Beteiligungen an Atomenergieanlagen gefordert. Stadtrat und Einwohnerrat hatten in ihrem Gegenvorschlag zentrale Forderungen der Initiative aufgenommen, setzten aber beim Atomausstieg auf den Fahrplan des Bundes: Spätestens im Jahr 2035 sollen die Energieversorgungsunternehmen kein Atomstrom mehr beziehen.
 
Gemeinde Davos, Erhöhung der Handänderungssteuer. Davos erhöht seine Handänderungssteuer um 0,5 Prozent auf 2 Prozent. Die Steuererhöhung soll helfen, die Gemeindefinanzen zu sanieren. Die Vorlage wurde mit einem deutlichen Mehr angenommen.
 
Stadt Schaffhausen, Erweiterung der Uhrenmanufaktur IWC. Die Uhrenmanufaktur IWC kann neue Büroräume und ein neues Produktionsgebäude bauen. Die Stimmberechtigten haben die Standorterweiterung und den damit notwendigen Ersatzbau für das Kulturgüterdepot mit einem sehr deutlichen Ja-Stimmenanteil angenommen. – Mit der Zustimmung kann die IWC AG von der Stadt ein rund 20'000 Quadratmeter grosses Grundstück im Gewerbegebiet im Baurecht übernehmen. Dort soll ein neues Produktionsgebäude entstehen. Für die Erweiterung der Büroräumlichkeiten erwirbt das Unternehmen den dritten Stock der ehemaligen Kammgarnfabrik. Hier ist zurzeit noch ein Lager des Museums zu Allerheiligen untergebracht. Für die Kulturgüter wird ein neues Lager errichtet. Die IWC will in die Bauvorhaben nach eigenen Angaben in den kommenden vier Jahren rund 25 Millionen Franken investieren.
 
Stadt Zofingen. Kredit für Seniorenzentrum. Zofingen kann ein neues Seniorenzentrum für 44,14 Millionen Franken errichten. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag den Kredit mit einem klaren Mehr abgesegnet. Das Projekt sieht einen Neubau mit 62 Pflegezimmern vor. Parallel dazu soll das Altersheim „Rosenberg“ in 38 einfache und kostengünstige Alterswohnungen umgebaut werden. (mai/sda)