Kloster Fahr: Barocke Kunst am Bau gesichert

Kloster Fahr: Barocke Kunst am Bau gesichert

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Teaserbild-Quelle: PD / Doris Warger, Restauratorin SKR

Schon während Restaurierungsarbeiten vor 50 Jahren wurde klar, dass sich eine Konservierung der wertvollen barocken Wandmalerei an der Aussenfassade des Kloster Fahr AG nicht mehr lange vermeiden lassen wird. Dies ist nun geschehen, die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Damit dürfen sich weitere Generationen am Werk der Luganeser Brüder Giuseppe und Gianantonio Torricelli erfreuen. 

Die Anfänge des Klosters Fahr gehen auf eine Schenkung des Klostergeländes an der Limmat durch die Freiherren von Regensburg an das Kloster Einsiedeln im Jahre 1130 zurück. Damit verbunden, war die Auflage, dass das Kloster Einsiedeln hier ein Kloster gründen müsse. Die heutige Klosterkirche ist eine bauliche Erneuerung aus den Jahren 1743 bis 1746. Der haubengekrönte Turm datiert noch aus dem 17. Jahrhundert. Der Baumeister des dreijochigen, tonnengewölbten Schiffes mit Nonnenempore ist allerdings nicht bekannt.  

Eine Besonderheit des Benediktinerinnen-Klosters ist der Umstand, dass es sich eigentlich auf Boden des Kantons Zürich befindet. Da der Kanton Zürich vor über 200 Jahren keine Klöster mehr dulden wollte, wurde es durch als Enklave dem Kanton Aargau zugeschlagen, wo es seither zur Gemeinde Würenlos gehört. 

Wand- und Deckengemälde von hoher Aussagekraft

Die virtuose Wandmalerei der Tessiner Brüder Giuseppe und Gianantonio Torricelli gilt als eines ihrer Hauptwerke. Im Innenraum zeigen sich zart farbige von geschwungenen Ornamentwerk durchzogene Scheinarchitekturen mit Heiligengestalten.

An der nördlichen Kichenfassade und an den beidseitig anschliessenden Gebäudefronten öffnen sich imaginäre Räume mit allegorischen Figuren, Engelputten und sogar einem laufender Hund. Im Westen findet sich, passend zum Friedhof die Darstellung des Jüngsten Gerichtes. Die Brüder Torricelli transformieren so die Kirchenfassade zu einer programmatischen  Schauwand. 

Anspruchsvolle Konservierungsarbeiten

Die Rettung oder vielmehr die Konservierung der Wandmalerei, die sichtbare Schäden aufweist, gehört zu den wichtigsten Arbeiten der  Gesamtrestaurierung. Naturwissenschaftliche und restauratorische Untersuchungen bildeten die Grundlagen für der Restaurationsarbeit. Im Frühjahr 2015 begannen die eigentlichen Konservierungsarbeiten durch Doris Warger mit ihrem Team. Zahlreiche hohl liegende Putzschichten konnten durch eine Verfestigung der Putzstruktur und durch das Hintergiessen mit dispergiertem Kalk bereits gesichert werden. Die vom Kloster Fahr veranlassten Arbeiten werden von der Kantonalen Denkmalpflege Aargau unterstützt und vom Bundesexperten Dr. Josef Grünenfelder begleitet. (mai/mgt)

An den Europäischen Tagen des Denkmals, werden am 12. September um 14 und um 15.30 Uhr Führungen zur Restaurierung der Fresken angeboten. (www.hereinspaziert.ch).

Wer mehr über die Arbeiten am Kloster Fahr erfahren möchte, liest den ausführlichen Artikel  in der Baublatts-Ausgabe von morgen, 4. September.