Klettern und skaten, wo das Nachtleben blüht

Klettern und skaten, wo das Nachtleben blüht

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Nachdem die Zürcher Stimmberechtigten am Wochenende den Kredit für das Nagelhaus abgelehnt haben, steht die Projektierung des Escher-Wyss-Platzes wieder am Anfang. Sicher ist zurzeit nur, dass dort ein öffentliches WC errichtet wird und dass nächstes Jahr das Tram Zürich West über den Platz rattert. Sicher ist aber auch, dass es viele Ideen für die Nutzung des Platzes gibt.
 
Gut möglich dass die goldene Kloschüssel, die auf dem „Nein“-Plakat der SVP zum geplanten Nagelhaus am Escher-Wyss-Platz prangte, gewirkt hat. Denn die stadtzürcher Stimmberechtigten hatten das Kunstwerk oder vielmehr das Häuschen für 5,9 Millionen Franken mit Gastrobetrieb mit einem knappen Nein gespült. Damit steht man bei der Projektierung wieder am Anfang. Die Ironie des Schicksals: Sicher ist, dass auf dem Platz eine Kloschüssel oder vielmehr ein öffentliches WC zu stehen kommt. So sieht es der Masterplan-Züri-WC vor. Dies erklärte Mike Sgier, Sprecher des Zürcher Tiefbauamtes, gegenüber dem „Tages-Anzeiger“. Wie die Zeitung weiss, gibt es noch eine winzige und sehr theoretische Chance für das Nagelhaus. Ein Mäzen könnte das Kunstprojekt mit seinem Geld finanzieren, denn die Baubewilligung gilt noch bis 9. Dezember.
 
Das Nein schafft Raum für neue Ideen. Helmuth Werner, Präsident des Quartiervereins Kreis 5 meint, dass ein Polizeiposten im Sinne der Sicherheit als zentrales Element die beste Lösung sei. Dies erklärte er gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“. Andere können sich vorstellen, die Brücke als Dach für Marktstände zu nutzen. Derweil schwebt der EVP am Escher-Wyss-Platz statt Kunst „etwas für die Jungen“ vor, die allerdings sowieso gegen das Wochenende an dem Tramknotenpunkt der Ausgehmeile anzutreffen sind. Die Partei könnte sich eine Skateranlage vorstellen, ein Strassenfussballfeld, eine Halfpipe oder gar eine Kletterwand. Eher pragmatisch sieht es die SVP: Sie fordert, dass die Stadt die Aufgabe Privaten überlässt und den Boden im Baurecht abgibt. Ob dies eine Lösung für den im Augenblick brach liegenden Platz sein könnte? Immerhin zeigte eine kleine Umfrage der NZZ bei Gastronomen, dass der Platz Potenzial für einen Gastrobetrieb hat und dass es ihrerseits Interesse an einer Übernahme des Landes im Baurecht geben könnte. (mai)
 
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