Kleinerer Verlust bei AFG im ersten Halbjahr

Kleinerer Verlust bei AFG im ersten Halbjahr

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Im ersten Halbjahr 2016  hat die AFG Arbonia-Forster-Gruppe den Umsatz um 8 Prozent auf 459 Millionen Franken gesteigert. Währungs- und akquisitionsbereinigt ist das immer noch ein Plus 2,3 Prozent. Den Verlust konnte die Gruppe reduzieren.

Noch vor einem Jahr stand der Ostschweizer Bauausrüster mit Sitz in Arbon mit dem Rücken zur Wand: Im ersten Semester 2015 hatte ein Verlust von 133 Millionen Franken resultiert. Doch dann holte das Unternehmen zum Kahlschlag aus: Die Fensterproduktion in der Schweiz wird aufgegeben und in die Slowakei sowie nach Deutschland verlagert. Rund 300 Arbeitsplätze werden in der Schweiz verloren gehen. Gleichzeitig wurde mit einer Kapitalerhöhung eine finanzielle Sanierung eingeleitet.

Das Unternehmen steckt zwar immer noch in der Restrukturierungsphase, aber auf der operativen Stufe ist die AFG wieder in der Gewinnzone angelangt. Die Nettoverschuldung konnte stark abgebaut werden. Die Eigenkapitalquote liegt bei 41 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich noch auf 23 Prozent.

"Der Umbau des Unternehmens läuft nach Plan und soll 2018 abgeschlossen sein", sagte Verwaltungsratspräsident und Interimschef Alexander von Witzleben heute Donnerstag. Bislang hätten 20 Millionen Franken Personalkosten eingespart werden können. Neben weiteren Kostenreduktionen kündigte Witzleben auch Investitionen von rund 30 Millionen Franken in Deutschland an. In der Schweiz plant die AFG in den kommenden Jahren Immobilienverkäufe im Umfang von 60 bis 80 Millionen Franken.

Unterschiedliche Heimmärkte

Die zwei grössten Heimmärkte - Deutschland und die Schweiz - haben sich im ersten Halbjahr 2016 sehr unterschiedlich entwickelt."Deutschland ist zum ersten Mal grösser als die Schweiz", sagte Finanzchef Felix Bodmer. Während in Deutschland vor allem das Neubausegment einen starken Aufwärtstrend erlebt habe, sei die Entwicklung der Schweizer Baubranche durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst worden. Die Preise in der Schweiz seien weiter am sinken und die Ausschreibungen seien heiss umkämpft, sagte von Witzleben. "Der Entscheid Altstätten zu schliessen, ist heute noch richtiger." Die Verlagerung der Fensterproduktion von der AFG- Tochter EgoKiefer in Altstätten SG in die Wertbau in Thüringen D ist für Ende 2017 vorgesehen.

In Deutschland wurde die Marktentwicklung vor allem durch die tiefen Zinsen begünstigt, welche die Bautätigkeit laut der AFG-Führung antreibe. Auch die hohe Zahl von Flüchtlingen werde den Bau und die Sanierung von Wohnungen noch zusätzlich ankurbeln.

 Der ausgewiesene Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA legte um 70 Prozent auf 27,3 Millionen Franken zu. Der EBIT verbesserte sich auf 5,7 Millionen nach einem Verlust von über 125 Millionen Franken im Vorjahr. Die um Sondereffekte bereinigten Werte liegen für den EBITDA bei 23,3 Millionen Franken und für den EBIT bei 4,2 Millionen Franken. Der Reinverlust schliesslich reduzierte sich auf 3,5 Millionen Franken von zuvor 132,6 Millionen Franken.

Stabiles Geschäft

Die grösste der drei Divisionen, die Gebäudetechnik, erzielte ein Umsatzplus von 6,7 Prozent und betrug im ersten Halbjahr 2016 232,4 Millionen Franken, bereinigt lag die Zunahme bei 4 Prozent. Der EBIT verbesserte sich auf 16 Millionen Franken. Das Geschäft sei stabil, hiess es.

In der Division Gebäudehülle ergab sich ein Umsatzplus von 11,4 Prozent auf 151, 4 Millionen Franken, bei einem Verlust von 9 Millionen Franken auf EBIT- Stufe. Das Geschäft in der Schweiz leide weiterhin unter einem hohen Kostendruck, der durch den starken Franken zusätzlich verschärft wurde. Das neue Management sei aber gut unterwegs, so von Witzleben.

Derweil lag der Umsatz in der Division Gebäudesicherheit im ersten Halbjahr bei 75,1 Millionen Franken 1,5 Prozent im Plus, während der EBIT von 1,4 auf 1,2 Millionen Franken leicht zurückging.

Ab 2018 wieder eine Dividende

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 ist etwas positiver als noch im März.AFG sieht sich weiter auf dem Weg, die strategischen und finanziellen Ziele für das Jahr 2018 zu erreichen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 1 Milliarde Franken und einem entsprechend höheren EBITDA von 65 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote dürfte gemäss der AFG-Führung Ende 2016 zwischen 40 und 45 Prozent liegen. Voraussichtlich 2018 soll wieder eine Dividende ausgeschüttet werden können. (sda/mai)