Kleine Architekten bauen eine Stadt aus Schilf

Kleine Architekten bauen eine Stadt aus Schilf

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Teaserbild-Quelle: zvg

Eine Stadt aus Schilf mitten im Wald soll Kindern die Themen „Architektur“ und „Stadtplanung“ näher bringen. Mit dieser Idee schafften es schwedische Architekten unter die Finalisten eines ungewöhnlichen Architekturwettbewerbs.

Ein begehbares Modell einer Stadt aus Wolkenkratzern mit Treppen, Würfeln und Wegen dazwischen, das zum Klettern und Verweilen einlädt -  das Besondere daran: Der Unterbau der Häuser besteht aus einer Form aus Papiermaché, die mit Schilf verkleidet wird. Ausgedacht haben sich das Projekt die Architekten vom Stockholmer Büro Ulf Mejergren, die es damit unter die Finalisten des Projektwettbewerbs für das diesjährige Beam Camp im neuenglischen New Hampshire schafften.

Die Idee hinter dem Beam Camp: Designer, Künstler, Ingenieure oder Architekten entwerfen ein Projekt, das von den rund hundert Kindern, die am Camp teilnehmen, innerhalb weniger Wochen gebaut werden kann. Letztes Jahr war es neben anderem ein  Riesenkaleidoskop des belgischen Künstlerduos Niko & Lut, mit dem sich bunte Lichterspiele erzeugen liessen; im  Jahr davor zimmerten Kinder unter Anleitung des Londoner Bildhauerkollektivs The Robots etwa eine überdimensioniert Teekanne und Turnschuhe.

Im Gegensatz zu vielen Projekten ist bei der Schilfstadt die Kreativität jedes einzelnen Kindes gefragt. Die Architekten stellten sich vor, dass sich die Kinder in Zweier- oder Dreiergruppen jeweils einen Wolkenkratzer ausdenken und diesen dann bauen. Vorgegeben sind allerdings der Grundriss und die Dimensionen der einzelnen Hochhäuser. Sind die Türme konstruiert, müssen sie zusammengefügt werden. Damit die einzelnen Häuser ein stimmiges Ganzes bilden, entwarfen die Architekten einen Plan. „Wir sind dieses Mal die Stadtplaner und die Kinder sind die kreativen Architekten“, erklären sie in der Dokumentation zu ihrem Projekt.

Allerdings konnten sie  mit ihrem Vorschlag die Veranstalter des Camps nicht ganz überzeugen. Diese entschieden sich für eine Leuchtskulpturen-Installation auf dem kleinen See, der an das  Camp grenzt,  des Designer Kollektivs Floating Point aus New York und für ein Wasserspiel des Londoner Landschaftsarchitekturbüros Wayward. (mai)