Keine schwarze Nacht im Mittelland

Keine schwarze Nacht im Mittelland

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Teaserbild-Quelle: darksky.ch
Steigender Wohnflächenbedarf, Bevölkerungswachstum, Verkehr und eine teilweise ungeordnete Siedlungsentwicklung belasten die Schweizer Landschaft. So existiert etwa im Mittelland kein einziger Quadratkilometer mehr, wo es nachts absolut dunkel ist. Dies ist nur eines der Resultate des ersten Landschaftszustandsberichts des Bundes.
 
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Der Blick vom Waidspital auf Zürich zeigt, dass die Stadt in der Nacht zunehmend im Licht versinkt.
 
Der Bericht ist Teil des Projekts „Landschaftsbeobachtung Schweiz“ (Labes) des Bundesamts für Umwelt (Bafu). Mit dem Projekt soll die Veränderung der Landschaft aufgezeigt werden. Es soll sichtbar machen, wie sich negative Trends entwickeln und wie und wo sich erfolgreiche Gegenmassnahmen ergreifen lassen. Wie das Bafu mitteilt, liegen nun für die erste Hälfte der Landschaftsindikatoren die Ergebnisse vor.
 
So nahm laut Bericht der Flächenanteil mit Nachtdunkelheit zwischen 1992 und 2003 von 28 Prozent auf 18 Prozent ab. Seit 1996 existiert im Mittelland kein einziger Quadratkilometer mehr, in dem nachts absolute Dunkelheit hettscht. Zudem sind im Mittelland die unzerschnittenen Flächen von 1980 und 2002 um 50 Prozent geschrumpft. Immerhin machte sich dieser Trend in Landschaftsschutzgebieten weniger stark bemerkbar.
 
Des Weiteren kristallisierte sich heraus, dass die Landschaftszersiedelung zischen 1980 und 2002 um fast 15 Prozent zugenommen hat. Zwischen 1983 und 2007 hat sich der Anteil der Siedlungen von knapp sechs Prozent auf acht Prozent der Gesamtfläche der Schweiz erhöht. Allerdings ist die Zersiedelung in Landschaftsschutzgebieten wesentlich kleiner als ausserhalb dieser Zonen. Zugenommen hat auch der der Versiegelungsgrad der Boden: Er stieg zwischen 1983 und 2007 von 4,7 Prozent auf 6 Prozent an.
 
Die Indikatoren zeigten, dass die landschaftlichen Qualitäten in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen hätten, heisst es dazu in der Mitteilung des Bafu. Dies habe Auswirkungen auf die Biodiversität, die Lebensqualität und Tourismus.

Wälder wachsen

Daneben vermeldet der Bericht allerdings auch Positives: Die extensiv genutzten, von Menschen wenig beeinflussten Waldflächen haben fast überall in der Schweiz zugenommen. Dies wiederum fördert eine reichhaltige, grosse Artenvielfalt. Daneben sind 78 Prozent der Gewässerufer noch natürlich oder zumindest wenig beeinträchtigt. Zwischen 1989 und 2003 seien jährlich 150 Kilometer eingedolte Gewässerläufe freigelegt worden, heisst es weiter. Gleichzeitig wurden aber auch 120 Kilometer pro Jahr neu eingedolt.
 
Die Resultate wurden nach Möglichkeit gesamtschweizerisch und bezogen auf die Regionen – den Jura, das Mittelland, die Alpennordflanke, die Zentralalpen und die Alpensüdflanke sowie die nationalen Landschaftsschutzgebiete – ausgewertet. Bis 2013 sollen die übrigen 20 Landschaftsindikatoren ausgewertet sein. Dabei geht es dann vor allem um Aspekte der Landschaftsqualität in Siedlungs- und Erholungsräumen sowie des Landschaftsbildes und der Landschaftswahrnehmung. (mai)