Keine rosigen Aussichten für Pumpspeicherkraftwerke

Keine rosigen Aussichten für Pumpspeicherkraftwerke

Gefäss: 

Für die Energiewende ist der Ausbau der Speicherkapazitäten nötig. Dabei könnten Pumpspeicherkraftwerke eine wichtige Rolle spielen. Doch Investitionen in solche Kraftwerke lohnen sich nicht. Eine Studie kommt nun zum Schluss, dass Alleingänge in einzelnen Ländern sinnlos sind.

"Der Strommarkt ist europäisch. Versorgungssicherheit sollte daher gemeinsam mit Nachbarstaaten gedacht, definiert und adressiert werden", schreibt das Energy Science Center (ESC) der ETH Zürich, das Teilstudien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefasst hat. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die Teilstudien und die Synthese am Montag veröffentlicht. Um die Zukunftsaussichten für Pumpspeicherkraftwerke zu verbessern, müssten die Rahmenbedingungen verändert werden. Anpassungen in nur einem Land wären gemäss ESC jedoch wenig sinnvoll: "Die existierende und ständig zunehmende Vernetzung der Stromversorgung würde einen Alleingang gar nicht erlauben", heisst es in der Studie.

Daher sei eine Harmonisierung der Rahmenbedingungen anzustreben. Mittelfristig wäre so tendenziell eine bessere Situation für die Pumpspeicherkraftwerke zu erwarten. In einem ersten Schritt sollte aus Sicht der Autoren indes über die Ziele diskutiert werden, unter anderem über Versorgungssicherheit und Umweltauswirkungen. Weiter stelle sich die Frage, ob das heutige Marktsystem noch geeignet sei.

Stilllegung könnte sich aufdrängen

Zur Rentabilität der Pumpspeicherkraftwerke bestätigt die Studie frühere nationale Studien: Die Werke erwirtschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter den heutigen Marktbedingungen zu geringe Deckungsbeiträge. Rasche Besserung ist nicht in Sicht: Eine Teilstudie spricht sogar davon, dass sich eine Stilllegung existierender Pumpspeicherkraftwerke aufdrängen könnte. Die zukünftige Bedeutung dieser Werke hänge jedoch davon ab, wie sich das Energiesystem als Ganzes entwickle, hält die ESC fest.

Die sogenannte Energiewende werde zwar derzeit viel diskutiert, mitunter werde aber durchaus unterschiedliches darunter verstanden. Während auf der einen Seite die dezentrale und erneuerbare Stromerzeugung im Vordergrund stehe, werde auf der anderen Seite die Minimierung des CO2-Ausstosses als Hauptmerkmal angesehen. Offen sei weiter, ob eher Grosstechnologien oder dezentrale Anlagen zum Zug kommen würden. (sda)