Keine Hochhäuser im Namen der Schlingnatter?

Keine Hochhäuser im Namen der Schlingnatter?

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Die Sektionen Basel von WWF und Pro Natura wollen sich notfalls mit einem Referendum gegen den Basler Zonenplan wehren. Sie sehen den Lebensraum von Schlingnattern und Co. in Gefahr. Käme es zustande, wären dessen Konsequenzen äusserst nachhaltig.
 
Basel wächst in die Höhe. Verschiedene Hochhausprojekte sind in Planung oder laufen bereits. Beispielsweise der sich bereits im Bau befindliche Rocheturm (178 Meter) aus der Feder von Herzog & de Meuron, der Claraturm (96 Meter) der Morger + Dettli Architekten, welcher am im November vom Stimmvolk grünes Licht erhalten hatte oder das Biozentrum (70 Meter) der Ilg + Santer Architekten. Himmelwärts wachsen soll Basel am östlichen Stadtrand, zwischen Rankhof und der Grenze bei Grenzach Wylen: Hier will die Regierung gleich mehrere bis zu 75 Meter hohe Hochhäuser errichten. Heute befindet sich dort eine parkähnliche Landschaft mit Familiengärten, in denen etwa Schlingnattern und Geburtshelferkröten zuhause sind. Die Basler Sektionen von Pro Natura und WWF sehen den Lebensraum der kleinen Tiere in Gefahr. „Wenn es sein muss, ergreifen wir gegen den Zonenplan auch das Referendum“, erklärten WWF-Basel Geschäftsführer Jost Müller in der und Pro-Natura-Basel-Präsident Jürg Schmid in der aktuellen Ausagabe der Basler Zeitung (BaZ). Das Land ist in den Augen der Umweltverbände besonders kostbar, weil es sich um ein „bezüglich Naturwerten ausgezeichnetes“ Gebiet handelt, das für Tiere und Pflanzen als Korridor zwischen Hochrhein und Oberrhein dient.
 
Wie die BaZ weiter schreibt, wehren sich die Umweltverbände nicht grundsätzlich gegen die Idee, dass dort gebaut wird. Vielmehr ging es um die Forderung, Massnahmen für die Natur verbindlich zu festzuhalten, heisst es weiter. Allerdings verlangen sie nicht nur verbindliche Zusagen für den Naturschutz, sondern wollen auch, dass das Gebiet gesamthaft aus ökologischer Sicht betrachtet wird. Wie die Zeitung berichtet, kritisieren gilt ihre Kritik nicht nur der Planung für im Osten sondern auch derjenigen im Süden der Stadt (Bruderholz), weil dort grüne Wiese eingezont werden soll um Wohnbauten zu ermöglichen. Die Umweltverbände erhoffen sich, dass noch Nachbesserungen vorgenommen werden und die Siedlungsentwicklung in diesen beiden Gebieten vom neuen revidierten Zonenplan abgekoppelt und noch einmal überarbeitet werden. – Möglich, dass die Androhung eines Referendums Wirkung zeigt. Käme ein solches zustande und sagte das Stimmvolk Ja, würde jahrelange Arbeit zunichte gemacht. Denn: Es sei vorgesehen, dass alle Zonenplanänderungen, Bebauungspläne und besonderen Nutzungsvorschriften in nur einem Grosssratsbeschluss enthalten seien, erklärt dazu ein Bruderholz-Anwohner gegenüber der BaZ. (mai)
 
Den Artikel der BaZ finden Sie hier. www.bazonline.ch