Kein grenzenloses Flanieren

Kein grenzenloses Flanieren

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Aus Flanieren oder Joggen entlang dem Rheinufer wird nichts. Das gilt zumindest für die Franzosen: Der grenzübergreifende Rheinuferweg Basel-Huningue darf auf französischer Seite wegen eines Chemierisikos nicht gebaut werden.
 
Der Rheinuferweg kommt in Frankreich nun nicht zustande. Dies berichtet die „Basler Zeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Gegenüber der Zeitung bestätigte Sous-Préfet von Mulhouse Louis Le Franc, die Entscheidung der für industrielle Risiken zuständigen, regionalen Behörde. Sie verbietet einen Veloweg. weil dieser an einer Chemiefabrik von BASF vorbeiführt, die den Richtlinien von Seveso unterstellt ist. Der Generalsekretär der Mairie von Huningue, Jacques Romon, findet die Risikoeinschätzung „absurd“. 60 Jahre lang sei nichts passiert. Überdies führt die Fahrstrasse zur Grenze an der Fabrik vorbei und die Behörden hätten nichts gesagt. Ausserdem gibt es bereits einen Weg hinter der Fabrik, der rege von Spaziergängern benutzt werde. „Dort gibt es kein Verbotsschild“, so Romon gegenüber der BaZ.
 
Während Romon für eine Lösung gemäss „gesundem Menschenverstand“ plädiert und darauf hinweist, das die französischen Seveso-Richtlinien härter als andere europäische sind, kommt für Sous-Préfet Louis Le Franc nur eine Umgehung des Ufers infrage. Gemäss der BaZ bedeutet dies einen kilometerlangen Umweg. Für Fussgänger und Jogger werde der Rheinuferweg nach Huningue zur Sackgasse, schreibt die BaZ. Derweil ist für das Basler Baudepartement noch nicht das letzte Wort gesprochen. Man geht davon aus, dass diese Schwierigkeiten gelöst werden können. (mai)
 

Das Projekt

Vor rund drei Jahren hatte die Stadt Basel zusammen mit der Novartis einen zweistufigen Projektwettbewerb für den Rheinuferweg zwischen St. Johann und der Grenze ausgeschrieben. Sieger wurde das Projekt „Undine“ der Hager Landschaftsarchitektur und der Durrer Linggi Architekten aus Zürich. Der Entwurf greife zentrale Aspekte des zukünftigten Novartis-Campus auf und eintwickle sie weiter, wurde der Entscheid für den Vorschlag der Zürcher begründet.
 
Der Rheinuferweg besteht eigentlich aus zwei Wegen: einem reinen Spazierweg oder vielmehr dem Barmenweg sowie aus dem Promenadenweg, der auch Joggern und Skateboardern Platz bietet. Ursprünglich hatten die französischen Behörden bei gepaltn, den Rheinweg auf französischer Seite fortzusetzen. - Voraussetzung für die Realisierung des Rheinuferwegs ist der Rückbau des Hafens St. Johann. Diese Woche begannen die ersten Arbeiten.
 
Kosten soll das Projekt 28 Millionen; vier Millionen davon werden voraussichtlich durch den Bund aus dem Infrastrukturfonds finanziert. (mai)