Kein Bock auf Nichts – oder doch nicht?

Kein Bock auf Nichts – oder doch nicht?

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Eine neue Studie der Schweizer Bildungskoalition zeigt, dass sich Jugendliche doch für mehr interessieren als fürs Nichtstun. Sie würden sich gerne für sozial- und umweltpolitische Themen einsetzen – wenn sie nur wüssten, wie.
 
Sie saufen sich ins Koma, sind gewaltbereit, können kaum lesen und rechnen und hängen am liebsten auf Partys rum. Die Schlagzeilen der letzten Monate lassen kein gutes Haar an der Jugend von heute. So unpolitisch und desinteressiert, wie die meisten Erwachsenen denken, sind die jungen Menschen aber vielleicht gar nicht. Die Studie „Jugend und Nachhaltigkeit“, die von der Schweizer Bildungskoalition durchgeführt wurde, zumindest zeigt das Gegenteilige: So würden sich 84 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren in der Schweiz gerne für die weltweite Gerechtigkeit sowie gegen den Klimawandel und die Umweltzerstörung einsetzen, wenn sie nur wüssten, wie. Sieben von zehn Teenagern fordern deshalb mehr Nachhaltigkeit im Schullehrplan und wollen auf die Herausforderungen der Welt besser vorbereitet werden.
 
Ueli Bernhard, Leiter der Bildungskoalition, ist über den Einsatzwillen der jungen Menschen hoch erfreut. „Ich hätte diesen Wert viel niedriger eingeschätzt.“ Bei einem derart grossen Interesse sei es deshalb umso wichtiger, dass man den Jugendlichen nun den Weg ebnet. „Die Bildungspolitiker müssen die jungen Menschen ernst nehmen und nicht über sie hinweg entscheiden.“ Er fordert deshalb, dass man in den Lehrplan der Volksschulen sozial- und umweltpolitische Themen verankert und in die Schulfächer integriert. Neben der Schule sollen auch Akteure der nicht-formalen Bildung bei der Vorbereitung der Jugend auf künftige Herausforderungen wichtige Aufgaben wahrnehmen. Die Ergebnisse der Studie sollen den Jugendlichen in der aktuellen Bildungsdebatte nun Gehör verschaffen.
 
Die Schweizer Bildungskoalition ist ein Organ der Nicht-Regierungsorganisationen WWF Schweiz, Alliance Sud (Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke), Greenpeace, Pro Natura, Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV, Pro Juventute und Public Health. Die Bildungskoalition wurde 2002 gegründet und arbeitet seither für die ökologische und soziale Ausrichtung des Bildungsplatzes Schweiz. (ffi/mgt)