Kaum Schweizer in Andermatt

Kaum Schweizer in Andermatt

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Teaserbild-Quelle: zvg
Obwohl Schweizer ein Vorkaufsrecht auf die Residenzen und Villen in Samih Sawiris Andermatter Tourismusresort haben, gibt es im Inland bisher nur wenige Interessenten. Bei Orascom scheint man allerdings zuversichtlich, was das ambitionierte Projekt betrifft.
 
 
Fast sieht es so aus, als ob die Schweizer nichts von Samih Sawiris Andermatt Resort wissen wollen. Während vier Monaten gewährte der ägyptische Investor Schweizer Bürgern ein Vorkaufsrecht. Noch Ende März war er guter Dinge, dass die Luxusvillen und –wohnungen bei den Schweizern auf Interesse stossen. „Ich habe erwartet, dass sich die Schweizer zurückhalten – umso mehr bin ich erfreut, dass dem nicht so ist“, sagte Sawiris Ende März gegenüber der „Neuen Luzerner Zeitung“. Aber nun zeichnet sich das Gegenteil ab: Der Verkauf läuft harzig, vor allem bei den insgesamt 25 Villen. Bei den Villen gehe es um hohe Verkaufssummen, was den Verkaufsprozess in die Länge ziehe, relativiert man bei der Orascom-Tochter Andermatt Swiss Alps. Dies haben Recherchen das Wirschafts-Newsportals „Cash“ ergeben.
 
Wie „Cash“ weiss, geht der Verkauf bei den Apartments im luxuriösen Hotel Chedi mit 50 Zimmern und 122 Residenzen auch eher langsam vonstatten. Bei Letzteren konnten bis jetzt gerade Mal elf verkauft werden. Stagnation gebe es auch bei den Häusern „Hirsch“ und „Steinadler“. Bis zum aktuellen Zeitpunkt sind in den Häusern mit insgesamt 23 Wohnungen je fünf Wohnungen verkauft worden. Die Preise bewegen sich gemäss „Cash“ zwischen 1,2 und 3,5 Millionen Franken. Er sei erstaunt, dass die Schweizer im Gegensatz zu den Bedenken, die man geäussert habe, eben doch eifrig kaufen würden, sagte Sawiris in einem Interview mit der „Südostschweiz“.

„Weiterhin auf Kurs“

Heute Dienstag publizierte die Orascom ihre Halbjahresresultate (siehe Box) und ging im Communiqué auch auf das Andermatt-Projekt ein: Dieses sei  „weiterhin auf Kurs“, das anivisierte Verkaufsvolumen von 100 Millionen Franken dieses Jahr zu erreichen. Seit dem Verkaufsstart Ende April bis zum Abschluss der Berichtsperiode Ende Juni wurden Reservationen und Verkäufe für total 27 Millionen getätigt. Zudem wurde mitgeteilt, dass voraussichtlich 2013 ein weiteres Hotel, das Radisson Blu, mit 240 Zimmern seine Pforten öffenen soll. Weitere Aussagen zum Projekt machte Orascom in seiner Medienmitteilung nicht.
 
Zwar ist man bei Andermatt Swiss Alps zufrieden. Doch gebaut werden kann erst, wenn die Hälfte der Wohungen Besitzer gefunden haben. Demnächst startet der Verkauf der Villen und Wohnungen an Ausländer. In den Hauptmärkten Deutschland, England und Italien wolle man mit „sehr gezieltem Marketing“ vorantreiben. (mai)
 

Orascom: Halbjahresgewinn 57 Millionen

Der Bau- und Hotel-Konzern Orascom weist für das erste Halbjahr wegen tieferer Immobilienerträge einen Gewinnrückgang um 9 Prozent auf 41,1 Millionen Franken aus. Allerdings konnte die Gruppe im Hotelgeschäft ihre Einnahmen im ersten Halbjahr weltweit um 17 Prozent auf 94,7 Millionen Franken steigern. Das Segmentsergebnis verdoppelte sich von 12 auf 25 Millionen Franken. Der Immobilien- und Bauertrag sank hingegen von 127 auf 124 Millionen Franken. Auch die Landverkäufe, das Town Management und die Tours Operations brachten weniger ein. Der Konzerngewinn vor Minderheitsbeteiligungen reduzierte sich um 4 Prozent auf 57 Millionen Franken. Die Nettoschulden erhöhten sich derweil um 12 Prozent auf 346,8 Millionen Franken. (sda)
 
 

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