Kapelle in Ho-Chi-Minh-Stadt: Ein Preis für Wellblech

Kapelle in Ho-Chi-Minh-Stadt: Ein Preis für Wellblech

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Teaserbild-Quelle: Foto: zvg

An der Peripherie von Ho-Chi-Minh-Stadt befindet sich ein architektonisches Kleinod: die Kapelle aus der Feder des vietnamesischen Büros A21 Studio. Für das kleine Gotteshaus aus wiederverwerteten Baumaterial haben die Architekten dieser Tage den ersten Preis des World Architecture Festival (WAF) erhalten.

Die Kapelle ist mehr als nur ein Andachtsort. Weil es in ihrer Umgebung wegen der Immobilienkrise in Vietnams grösster Stadt an Gemeinschaftszentren fehlt, dient sie gleichzeitig als Ort für Ausstellungen oder Konferenzen und  manchmal als Café. Das Besondere am Projekt: Der Grund, auf dem die Kapelle steht, ist lediglich für zehn Jahre gepachtet worden. Und als Baumaterial nutzte man, was sich bereits auf dem Areal befand. Dies bestand vor allem Stahlrahmen und Wellblech. Dass der kleine Bau hauptsächlich aus Stahl besteht, macht ihn besonders leicht, überdies liess er sich so auch  in relativ kurzer Zeit aufstellen. Als Farbe dominiert Weiss, umso mehr leuchtet der farbige, transparente „Vorhang“ im Innern der Kapelle. Für eine freundliche Atmosphäre sorgt zusätzlich der Holzboden.

Es sei ein Projekt , das Altes und Neues miteinander vereine, lobte WAF-Programm-Direktor Paul Finch das Werk der Architekten. „Mit einem Minimum an Baumaterial wurde ein Maximum an Wirkung erzielt.“ Zudem punktete die Kapelle bei der Jury – in der neben anderen Richard Rogers sass –  damit, dass sie vor allem aus bereits einmal gebrauchten Baumaterial besteht. (mai)