Kantonsrat will keine längeren Reisezeiten zwischen Mailand und Zürich

Kantonsrat will keine längeren Reisezeiten zwischen Mailand und Zürich

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Ist der Gotthard-Basistunnel in Betrieb gegangen, soll die Strecke Zug-Arth-Goldau saniert und erweitert werden. Dies hat zur Folge, dass sich die Reisezeit für die Verbindung Zürich-Mailand um 20 Minuten verlängert. Der Zürcher Kantonsrat will dies verhindern und hat ein Postulat von SP, Grünen und GLP mit 108 Stimmen für dringlich erklärt.

 

In rund drei Jahren nimmt der Gotthard-Basistunnel den Betrieb auf. Während der der beiden darauf folgenden Jahren wird die doppelspurige Strecke Zug-Arth-Goldau am Ostufer des Zugersees von der SBB saniert und mit einem zusätzlichen Doppelspurabschnitt erweitert. Wegen dieser Bauarbeiten muss die Strecke, die dem Zugersee entlangführt, bis 2018 eingestellt werden. Und die Gotthardzüge, die zwischen Zürich, dem Tessin und Mailand verkehren werden in dieser Zeit über die Westseite des Zugersees umgeleitet. Dabei müssen die Züge in Rotkreuz ZG eine Spitzkehre samt längerem Aufenthalt einlegen. Die Reise in den Süden würde so während zwei Jahren um rund 20 Minuten verlängert und der Neat-Fahrtzeitgewinn halbiert.

Im Postulat wird diese Situation als „beispielloser Anachronismus“ bezeichnet. Vermeiden liesse sich dieser Nachteil mit dem Bau eines Verbindungsgleises zwischen den von Zug und von Arth-Goldau her in den Bahnhof Rotkreuz einmündenden Strecken. Davon wolle die SBB jedoch nichts wissen, weil der Schnellzugsverkehr Zürich-Mailand auf der S-Bahn-Strecke Rotkreuz-Immensee-Arth- Goldau keine Priorität geniesse, heisst es im Postulat.  Unterstützt wird die Dringlichkeit von SP, Grünen, Grünliberalen, FDP, BDP, CVP und EDU. Nun hat der Regierungsrat vier Wochen Zeit, um zum Vorstoss Stellung zu nehmen.

Die Postulanten argumentieren, dass Zürich direkt oder indirekt 5 Milliarden Franken an die Neat bezahle. Da könne die SBB die Zürcher nicht als Passagiere dritter Klasse behandeln und ihnen während zweier Jahre einen solchen Zeitverlust zumuten. Derweil war der Vorstoss für die SVP lediglich ein Zeichen dafür, wie schlecht die anderen Parlamentarier informiert sind. Die Pläne der SBB lägen seit 2011 auf. Das Postulat sei nun lediglich Aktionismus. „Dieser Zug ist abgefahren“, sagte Lorenz Habicher (Zürich). (mai/sda)