Kanton will in Kriens Asylzentrum bauen

Kanton will in Kriens Asylzentrum bauen

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Der Kanton Luzern will direkt neben der Haftanstalt Grosshof in Kriens ein Asylzentrum mit 120 Plätzen errichten. Nach mehrjähriger Planung soll der Neubau im Herbst 2017 aufgehen. Die Regierung beantragt beim Parlament einen Kredit von 6,3 Millionen Franken.

Um sicherzustellen, dass Asylsuchende während der gesamten Verfahrensdauer in einem kantonalen Zentrum betreut werden könnten, sei der Bau der geplanten Unterkunft Grosshof zwingend notwendig, schreit der Regierungsrat in seiner Botschaft ans Parlament.

Das neue Asylzentrum mit einer Lebensdauer von rund 30 Jahren soll auf dem kantonseigenen Grundstück direkt neben dem Haft- und Untersuchungsgefängnis Grosshof zu liegen kommen. Geplant für den 24-Stunden-Betrieb sind drei dreigeschossige Bauten aus Holzelementen. Der Innenausbau soll zweckmässig gehalten werden. Die Baubewilligung liegt bereits vor. Wie es weiter heisst, lässt das Konzept zudem eine allfällige Nachnutzung für studentisches Wohnen zu.

Der Regierungsrat beantragt dem Parlament einen Kredit von rund 6,3 Millionen Franken. Der Kantonsrat soll bis Ende Jahr über die Vorlage entscheiden. Ursprünglich wollte der Kanton das Projekt durch eine private, kirchennahe Baugenossenschaft realisieren lassen.

Die Planung für die kantonale Asylunterkunft in Kriens hatte bereits 2012 begonnen. Durch Beschwerden und eine Volksabstimmung wurde sie mehrmals verzögert. Im September 2013 lehnte das Krienser Stimmvolk eine Initiative der SVP ab, die die Einrichtung verhindern wollte.

Mit der Neustrukturierung des Schweizer Asylwesens soll sich die Zahl der dem Kanton Luzern zugewiesenen Asylbewerber langfristig halbieren. Der Regierungsrat rechnet mit einem Bedarf an 450 Plätzen.

Zurzeit betreibt der Kanton zwei Asylzentren: Der Sonnenhof in Emmen bietet Platz für 120 Personen, der Hirschpark in Luzern für 100 Personen. Ein weiteres Zentrum mit 35 Plätzen ist in Fischbach geplant. Gegen dieses ist eine Beschwerde vor Bundesgericht hängig. Das Zentrum geht laut Regierung nicht vor Ende 2016 in Betrieb.

Zur Überbrückung betreibt der Kanton zahlreiche befristete Notunterkünfte, darunter Zivilschutzanlagen in Luzern, Dagemersellen, Willisau und bald auch in Meggen sowie Nebikon. In Rothenburg soll Anfang 2016 auf dem ehemaligen Boa-Areal ein temporäres Zentrum mit 180 Plätzen aufgehen. Weitere Zentren sind laut Regierung in Planung. (sda/pd)