Kampf dem Stau im Norden Zürichs

Kampf dem Stau im Norden Zürichs

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: googlemaps
Im Kampf gegen Staus setzt das Bundesamt für Strassen (Astra) auf mehrere Massnahmen. Kurzfristige Überholverbote für Lastwagen, Tempolimits und der langfristige Bau von zusätzlichen Spuren sind geplant.

Innerhalb des letzten Jahres stiegen die Staustunden in der Schweiz um 3,4 Prozent auf mehr als 20'000. Das Astra will an einigen Flaschenhälsen bereits jetzt die Pannenstreifen zeitweilig in Fahrspuren umwandeln. Damit können laut Behörde rund 125 Autobahnkilometer entlastet werden.

Im Norden Zürichs gibt es zwischen dem Autobahnkreuz Zürich-Ost, dem Kamin des Heizkraftwerk Aubrugg und dem Brüttiseller Kreuz Anzeichen für eine konkrete Planung. Trotz derzeit sechsspurigem Ausbau gibt es dort morgens und abends stehende Fahrzeugkolonnen, sodass eine Nutzung der Pannenstreifen zu den Stosszeiten entlastende acht Spuren bieten würde. Schnell wird das jedoch nicht umsetzbar sein: Frühestens 2020 rechnet das Astra mit einer Entlastung für die Autofahrer, denn Projektierung, Planauflage und Submission brauchen Zeit.

Zwischen Bern Wankdorf und Muri können die Bauarbeiten bereits 2015 beginnen, zwischen Winterthur Töss und Winterthur Ohringen ist der Baubeginn für 2017 geplant. Jedoch müsse für eine Pannenstreifenumnutzung zunächst ein Auflageprojekt mit Einsprachemöglichkeit erarbeitet werden, gibt die Behörde zu bedenken und hinterfragt zugleich den Zweck der Massnahme, da diese viel Zeit und Kosten für Planung und Realisierung bedarf, obwohl doch einige der Strecken ohnehin für einen Vollausbau vorgesehen seien.

Es kann also auf einigen Strecken zu einem Verzicht auf die Pannenstreifenlösung kommen. Auch, weil die Streifen angeblich zum jetzigen Zeitpunkt zu schmal sind und strukturell den Belastungen eines vollwertigen Fahrstreifens nicht standhalten würden. Und damit nicht genug: Ein- und Ausfahrten, Signalisationen und Videoüberwachung müssten dann ebenfalls angepasst werden. Und wo es dann keine Pannenstreifen mehr gebe, müssten zumindest Pannenbuchten eingerichtet werden. Die gute Nachricht: In Winterthur soll der Vollausbau der Umfahrung erst 2030 beginnen, sodass mit einer Nutzung der Pannenstreifen früher zu rechnen ist, so das Astra.(tw)