Kamin der Horgner Papierfabrik soll bleiben

Kamin der Horgner Papierfabrik soll bleiben

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Er ist einer der letzten Hochkamine am linken Zürichseeufer und einer der wenigen Zeugen von Horgens industrieller Vergangenheit: Der 45 Meter hohe Schornstein gehörte einst zur Papierfabrik. An ihrer Statt entsteht zurzeit eine Überbauung mit Luxuswohnungen. Weil er aus dem Inventar der schützenswerten Objekten entlassen wurde, droht ihm der Abbruch. Doch Anwohner, eine eigens gegründete IG und der Heimtaschutz wehren sich.
 
Während die Arbeiten an der Überbauung laufen, steht der Kamin praktisch mittendrin und erinnert an die Vergangenheit des Areals. Offenbar stört er die geplante Anlage: Bauunternehmer Roman Specogna hatte  um eine Entlassung des Kamins aus dem Inventar kommunalen Schutzobjekte gestellt. Dem stimmte die Gemeinde diesen Sommer zu.
 
Laut einem Gutachten kann der Kamin nur gerettet werden, wenn er mit einer Armierung verstärkt wird und seine obersten sechs Meter komplett ersetzt werden. Überdies müssten zahlreiche Backsteine erneuert werden. Mit der Begründung, dass  der Schornstein nach einer solchen Sanierung nicht mehr als «echter Zeitzeuge» gelten könne, entliess ihn der Gemeinde aus dem Inventar. Damit rückt das Ende des rund hundertjährigen Turm näher. Derweil wehren sich Anwohner und Kaminfans vehement. Sie machen auf Facebook mobil und sorgten im September mit einer Guerillaaktion für Aufmerksamkeit: Kaminaktivisten drangen in die Baustelle ein, kletterten auf das Objekt des Anstosses und versahen es mit einem Transparent mit der Aufschrift «Rettet mich».  Zudem haben mittlerweile die IG Papiiri – die gegen den Abbruch mobil macht – beim Bezirksrat Beschwerde eingereicht. Und der Zürcher Heimatschutz rekurriert derweil beim Baurekursgericht gegen die Entlassung des Schornsteins aus dem Inventar schützenswerter Objekte.
 
Die Chancen, dass der Kamin überlebt, stehen nicht schlecht. Man hatte ihn 1996 schon einmal abreissen wollen. Seine Fans wehrten sich. In der Folge wurde er restauriert. (mai)

Link zur Facebookgruppe: www.facebook.ch/rettet.den.kamin