Kamin der Horgner Papierfabrik bleibt erhalten

Kamin der Horgner Papierfabrik bleibt erhalten

Gefäss: 

Eigentlich hätte der Kamin der Papierfabrik im zürcherischen Horgen abgerissen werden sollen. Daraus wird nun nichts. Das Baurekursgericht hat entschieden, dass der Schornstein stehen bleibt.

Er ist einer der letzten Hochkamine am linken Zürichseeufer und einer der wenigen Zeugen von Horgens industrieller Vergangenheit: Der 45 Meter hohe Schornstein gehörte einst zur Papierfabrik, der „Papiiri“. An ihrer Statt entsteht zurzeit eine Überbauung mit Luxuswohnungen. Bei der Gemeinde hatte man ihn aus dem Inventar der schützenswerten Objekte entlassen und damit zum Abbruch frei gegeben. Dagegen wehrten sich Anwohner unter anderem in der IG Papiiri und die Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz (ZVH) – und bekamen nun recht. Das kantonale Baurekursgericht hat entschieden, dass das Wahrzeichen der Seegemeinde stehen bleiben muss.

In seiner Begründung weist das Gericht weist in seiner Begründung darauf hin, dass sich die Pflicht zum Erhalt des Kamins bereits aus dem Gestaltungsplan ergibt. Es bezeichnete das Gutachten als lückenhaft und als „teilweise wenig fundiert“. Zumal das Gutachten, das seinerzeit in Auftrag gegeben und mit dem die Entlassung des Kamins aus dem Inventar der schützenswerten Objekte begründet worden war, nicht Bezug auf das  Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), in dem das Überbleibsel der „Papiiri“ aufgeführt ist. In seiner Begründung weist das Gericht daruf hin, dass der Kamin im ISOS als sogenanntes Einzelelement mit „Erhaltungsziel“ erwähnt wird. Als solches trage der Kamin auch zur Ablesbarkeit der Siedlungsentwicklung und damit auch zum Erhalt des Ortsbildes bei.

In ihrer Pressemitteilung schreibt die IG Papiiri, dass man nun vom Horgner Gemeinderat eine schnelle Umsetzung des Entscheides erwarte. Zudem fordert die IG, dass er sich künftig „professioneller“ mit ortsbaulichen Themen auseinandersetzt.  (mai)