Jungfraubahn muss Bauten am Eigergletscher erhalten

Jungfraubahn muss Bauten am Eigergletscher erhalten

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Die Jungfraubahn AG darf zwei leer stehende Gebäude bei der Station Eigergletscher nicht abbrechen. Das bernische Verwaltungsgericht hat entschieden, dass der Erhalt der Gebäude für das Bahnunternehmen zumutbar ist.

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Historische Postkarte der Station am Eiger.

Die beiden Bauten werden seit Ende der 90er-Jahre nicht mehr genutzt und stehen leer. Deshalb wollte die Jungfraubahn die sogenannte Barackenkantine und die Dependance sowie die Verbindungskorridore abbrechen. - Die Bauten mit ihren Verbindungskorridoren entstanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die dienten damals den Arbeitern als Unterkunft und Kantine.                         

Die Jungfraubahnen anerkennen, dass die Bauten als schützenswert gelten. Allerdings ist der Grundsatz, dass schützenswerte Baudenkmäler nicht abgebrochen werden dürfen, ist nicht absolut: Steht die Belastung des Eigentümers in keinem vernünftigen Verhältnis zum öffentlichen Interesse am Schutz, dürfen unter Umständen auch schützenswerte Bauten abgebrochen werden. Um letzteres ging es auch im Rechtsstreit der Jungfraubahn mit dem Berner Heimatschutz, um die Frage, ob der Erhalt der Bauten verhältnismässig ist und dem Bahnunternehmen zugemutet werden kann.

Das bernische Verwaltungsgericht rechnete in seinem heute Montag veröffentlichten Urteil vor, dass der Erhalt der Gebäude - wenn überhaupt - nur geringfügig teurer ist als der Abbruch: Die finanzielle Belastung sei mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten des Bahnunternehmens zumutbar und verhältnismässig. Die Jungfraubahnen akzeptieren den Entscheid des Verwaltungsgerichts und ziehen ihn nicht weiter, dies erklärte Pressesprecherin Patrizia Bickel am Montag auf Anfrage.                                     

Dreh- und Angelpunkt der Bauarbeiten vor über hundert Jahren

Die Station Eigergletscher liegt auf rund 2300 Metern über Meer auf der Strecke von der Kleinen Scheidegg zum Jungfraujoch. Direkt hinter der Station verschwindet die Zahnradbahn in den 7,2 Kilometer langen Tunnel hinauf zum Jungfraujoch. Als die Jungfraubahn erbaut wurde, war die Station Eigergletscher von 1896 bis 1912 Dreh- und Angelpunkt der Bauarbeiten. Bis zu 200 Arbeiter, die meisten davon Italiener, waren dort untergebracht.

Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EDK) bezeichnet das gesamte Bauensemble am Eigergletscher als "von hohem sozialhistorischem Wert". Die Barackenkantine sei eine der wenigen Arbeiterunterkünfte aus der Geschichte des frühen Eisenbahnbaus, die sich, wenn auch umgebaut, an Ort erhalten habe. Der Bau lege Zeugnis ab von den harten Arbeitsbedingungen, unter denen die Jungfraubahn entstanden sei.

Die Dependence entstand vermutlich erst nach dem Bahnbau in den 1920-er Jahren. Sie wurde später mit der Barackenkantine und mit dem Stationsgebäude verbunden. Der Dependence mit Verbindungsgang kommt laut EDK ein hoher Eigenwert zu. Alle drei Elemente seien wichtige Elemente der Gebäudegruppe am Eigergletscher. (mai/sda)