Jubiläum für bedeutenden Tunnel im Schweizer Schienennetz

Jubiläum für bedeutenden Tunnel im Schweizer Schienennetz

Gefäss: 

Der Hauenstein-Basistunnel, einer der zehn meistbefahrenen SBB-Strecken, wurde vor hundert Jahren durchschlagen.

Der Hauenstein Basis-Tunnel durchquert den Jura zwischen Tecknau im Baselbiet und Trimbach bei Olten SO. Mit rund 8000 Metern hat er zwar nicht die Länge der grossen Alpentunnels, gehört aber gleichwohl zu den langen Tunnels im Schweizer Schienennetz. Am 10. Juli 1914, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde er nach zweieinhalbjähriger Bauzeit durchschlagen. Das waren 18 Monate vor dem vertraglich vorgesehenen Termin. Beidseits des Tunnels wurde gefeiert. Fertig gestellt werden sollte er allerdings erst um1916.

Der Hauenstein-Basistunnel liegt östlich des alten Hauensteintunnels zwischen Läufelfingen BL und Trimbach SO. Dieser war 1858 als erster Jura-Durchstich der Bahn überhaupt in Betrieb gegangen. Die Strecke weist jedoch Steigungen ähnlich jenen der Gotthardlinie auf, und als die Züge immer länger und schwerer wurden, machte das den Betrieb umständlich, denn man brauchte Vorspann- und Schiebelokomotiven, um die Züge über die Rampen zu bringen.

1901 übernahmen die SBB die Strecke, die bis dahin von der Schweizerischen Central- Bahn (SCB) betrieben wurde. Nach der Eröffnung der Simplonlinie 1906 studierten die SBB mögliche neue Linienführungen. Darunter war auch der Vorschlag, die alte Hauensteinlinie zu elektrifizieren. 1909 genehmigte der SBB- Verwaltungsrat schliesslich das Projekt des Hauenstein-Basistunnels, und die eidgenössischen Räte segneten 1910 einen 24-Millionen-Kredit ab. In Trimbach und Tecknau entstanden während des Baus eigene Siedlungen für die Tunnelarbeiter.

Der Hauenstein-Basistunnel ist heute Teil der Nord-Süd-Transversale im europäischen Personenbahnverkehr, trägt aber auch mehrheitlich den Güterverkehr zum Lötschberg und Simplon. Den schweizquerenden Güterverkehr zum Gotthard wickeln die SBB dagegen vorwiegend über die Bözberglinie zwischen Fricktal und Brugg AG ab, wie Sprecher Daniele Pallecchi sagt.

Die Strecke durch den Hauenstein-Basistunnel gehöre zu den zehn am stärksten belasteten Streckenabschnitten des SBB-Netzes. Doch auch wenn der Gotthard- Basistunnel eröffnet wird, befürchten die SBB vorderhand keine Engpässe. Denn im Güterverkehr wird die Bözberg-Linie zum Vier-Meter-Korridor ausgebaut, und dabei sei man im Zeitplan, sagt Pallecchi. (sda/cet)