Jacques Herzog nicht zufrieden mit Architekturwettbewerb

Jacques Herzog nicht zufrieden mit Architekturwettbewerb

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Beim Wettbewerb für das Klinikum 2 des Universitätsspitals Basel landeten Herzog & de Meuron mit ihrem Vorschlag auf Platz zwei. Siegerprojekt wurde jenes des Büros Giuliani.Hönger. Jacques Herzog passt der künftige Neubau nicht. Wie das „Oltner Tagblatt“ berichtet, setzt er viel daran, dessen Realisierung zu verhindern.
 
Vor kurzem wurde das Siegerprojekt des Wettbewerbs für das Klinikum 2 des Basler Universitätsspitals er Öffentlichkeit vorgestellt. Doch der Vorschlag von Giuliani.Hönger aus Zürich passt Jacques Herzog nicht. Ihn stört „die biedere Mittelmässigkeit“ des geplanten Gebäudes, wie er gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ erklärte. Ein Blinder sehe, dass dieses Projekt am heutigen Unort aus städtebaulichen und architektonischen Gründen etwa punkto Massstab und Kontextualität nicht funktionieren könne. Der Stararchitekt, der praktisch um die Ecke beim Spital zu Hause ist, hatte sich mit seinem Büro ebenfalls am Wettbewerb beteiligt. Herzog & de Meuron landeten auf dem zweiten Platz. Lorenzo Giuliani lässt aktuellen Ausgabe des „Oltner Tagblattes“ dazu verlauten: Man sei stolz auf den ersten Platz und freue sich über das gute Projekt. Der Vorschlag aus Zürich erhielt vor allem Lob von der Jury, weil er das „konzeptionell das überzeugendste“ Projekt war und „betrieblich sehr gut“ funktioniert.
 
Ähnlich sieht Samuel Schultze, Architekt und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Burckhardt + Partner in Basel, Wettbewerb und Siegerprojekt. Schultze lobte die Jury, berichtet das „Oltner Tagblatt“, weil in diesem Wettbewerb endlich einmal alle Kriterien für den Entscheid berücksichtigt worden seien. Und zwar nicht nur, was den Städtebau anbelangt, sondern auch was Funktionalität und Flexibilität betrifft. Ein Spital müsse funktionieren, wird Schultze zitiert. Praktisch derselben Meinung ist Kantonsbaumeister Fritz Schumacher.
 
Derweil ist Herzog der Ansicht, dass es bei einem solchen Projekt „nach internationalen Massstäben“ um Städtebau und Architektur geht. Wie das „Oltner Tagblatt“ berichtet, könnte er in Robert Schiess, dem Präsidenten des Basler Heimatschutzes, einen Verbündeten gefunden haben. Dieser hatte nach Bekanntgabe des Siegerprojektes selbiges als „schlechte Architektur in der Stadt“ betitelt. Herzog hoffe, dass Politik und Heimatschutz das Siegerprojekt verdhindern, heisst es in der Zeitung. Zudem schlägt er eine Lösung vor: Giuliani.Hönger und sein Büro könnten ihre Vorschläge noch einmal überarbeiten – danach würden sie dann noch einmal beurteilt... (mai)
 
Lesen Sie dazu auch den Aritkel "Universitätsspital Basel erhält einen Neubau", vom 29. Mai 2013