Isländische Brise für 400'000 Server?

Isländische Brise für 400'000 Server?

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:
Der Turm wäre sowohl bei Nacht... (zvg) 1/5

Spektakuläre Kulisse eines Science-Fiction-Films? Oder doch eine elegante Riesenskulptur inmitten der wilden isländischen Landschaft? Der Turm aus der Feder des italienischen Architektenduos Valeria Mercuri und Marco Merletti ­ ist nichts von alledem. So stellen sich die beiden lediglich ein Gebäude für die Massenspeicherung von Daten vor.

Als perfekten ­Standort erachten sie Island und erklären dies damit, dass die Isländer ihren gesamten Strom über Geothermie generieren. Ein solches Gebäude lässt sich damit in Island besonders ökologisch betreiben. Ein weiterer Vorteil liegt in den ganzjährig ­tiefen Temperaturen: Sie sorgen für eine natürliche Kühlung. Sollte dennoch im Sommer die Sonne brennen, sorgt ein im Keller eingebautes Kühl- und Energiesystem für tiefe Temperaturen.

Die extravagante Gestaltung des Turms ist mehr Funktion als Design: Er besteht aus verschiedenen Modulen, die mit steigendem Platzbe­darf aufeinander geschichtet werden können. Laut ­ den Architekten könnte der Wolkenkratzer so bis zu einer Höhe von 300 Metern anwachsen und maximal 400 000 Server beherbergen. Gewartet werden die Server über den Schacht im Innern des Turms. Er ist als riesige Röhre konzipiert, ­damit die Wärme, die sich im Innern bildet, entweichen kann. I

hre kühne Vision dürfte kaum umgesetzt werden. Aber sie konnte immerhin die ­Jury des Wettbewerbs für innovative Wolken­kratzer-Konzepte, den das US-Architekturma­gazin Evolo alljährlich ausschreibt, überzeugen. Sie landeten auf dem dritten Platz.  (mai)