Investitionen in Milliardenhöhe

Investitionen in Milliardenhöhe

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Will die SBB ihre heutige Infrastruktur erhalten, muss sie in den nächsten Jahren zusätzliche Investitionen in Milliardenhöhe tätigen. Dabei seien innovative Lösungen gefragt. Und daran werden sich auch die Bahnkunden beteiligen müssen.
 
Eine von der SBB in Auftrag gegebene Expertise kam zum Schluss, dass für die Erhaltung des SBB-Netzes während der kommenden Jahre bis zu einer Milliarde Franken pro Jahr zusätzlich investiert werden müssen. Hauptursache ist für diese Zusatzkosten ist laut Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi der Mehrverkehr der letzten Jahre. Die Netzbelastung habe seit 2002 um 17 Prozent zugenommen. Durch die intensivere Nutzung der SBB-Anlagen verkürze sich aber auch deren Lebensdauer erheblich, führte Gygi an der Medienkonferenz dazu aus. Hinzu kämen verschiedene gesetzliche Auflagen. Für deren Erfüllung benötige die SBB allein in den kommenden Jahren zusätzliche jährliche Mittel von 150 Millionen Franken.
 
Das heutige Finanzierungssystem werde dem kostenintensiven System Eisenbahn nicht mehr gerecht, hielt Gygi weiter fest. Um die Mehrkosten zu decken, seien innovative Lösungen gefragt. Die SBB will dabei mittels "Effizienzsteigerungen" einen "namhaften Beitrag" leisten. Die öffentliche Hand werde nicht darum herum kommen, ihre Beiträge an die SBB zu erhöhen. Dabei sei es an der Politik zu bestimmen, welche Finanzquellen dafür erschlossen werden sollen. Als wünschenswert sieht Gygi einen Fonds, aus dem Investitionen und Folgekosten bezahlt werden könnten.

Bahnkunden zahlen auch

Allerdings werden sich wohl auch die Bahnkundinnen und -kunden an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligen müssen. Dabei dürfe der Bogen aber nicht überspannt werden, betonte der Verwaltungsratspräsident. SBB-Chef Andreas Meyer stellte in Aussicht, die Tarife "schrittweise" anzupassen. So soll etwa das Bahnfahren ausserhalb der Stosszeiten billiger und mittels Anreizsystemen attraktiver werden. Meyer ist überzeugt, dass die Kunden die Notwendigkeit von Preisanpassungen verstehen werden. Voraussetzung sei dafür ist für ihn aber, dass qualitativ gute Produkte angeboten und mit guten Leistungen überzeugt wird. (sda)