Inselspital der Zukunft mit kurzen Wegen – Masterplan konkretisiert

Inselspital der Zukunft mit kurzen Wegen – Masterplan konkretisiert

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Teaserbild-Quelle: zvg

In den nächsten zehn Jahren entstehen auf dem Areal des Inselspitals markante Neubauten. Sie ersetzen unter anderem das Bettenhochhaus, das 2025 abgerissen wird. Ziel sind kürzere Wege für Patienten und Personal. Das Projekt kostet rund 750 Millionen Franken.

Heute lege jeder Patient während seines Aufenthalts im Inselspital durchschnittlich 1,1 Kilometer zurück, erklärte Andreas Tobler, Ärztlicher Direktor der Insel Gruppe, am Dienstag vor den Medien. Dies soll sich künftig ändern. Mit dem Masterplan, der eine Bildung von Zentren vorsieht, sollen die Wege deutlich kürzer werden.

Die Neubauten kommen deshalb auf einer Achse rund um das Zentrum für Intensivmedizin, Notfall und Operationen (INO) zu stehen. Ein als Kubus konzipierter Neubau entsteht ab 2017 westlich des heutigen Bettenhochhauses. Er wird das Herz- und Gefässzentrum sowie weitere Fachkliniken beherbergen und kostet rund 500 Millionen Franken. Denn Wettbewerb hierfür hat das Projekt „Coeur de l‘Île" der Berner Architektengemeinschaft GWJArchitektur/IAAG/Astoc gewonnen.

Dem Neubau weichen müssen der heutige Polikliniktrakt 2 und das Ludwig- Haller-Haus. Dessen Rückbau hat bereits begonnen. Noch ist aber offen, wo die Kliniken und Ambulatorien in den abzureissenden Gebäuden während der Bauphase untergebracht werden. Nötig sind dafür 225 Räume auf einer Nutzfläche von 4000 Quadratmetern.

Die Spitalleitung möchte dazu ein Provisorium mit temporären Modulbauten errichten. Wird dies von den Behörden nicht bewilligt, müssten Räume in bestehenden Gebäuden gesucht werden. Der definitive Entscheid soll im Sommer 2016 fallen, wie Infrastruktur-Direktor Bernhard Leu sagte.

Zwischennutzung durch Frauenklinik

Für den zweiten Neubau, das künftige Organ- und Tumorzentrum, hat bereits der Aushub begonnen. Das Gebäude soll 2018 bezugsbereit sein und während zwei Jahren durch die Frauenklinik zwischengenutzt werden. Dies ermöglicht wiederum die Sanierung der Bauschäden an der Südfassade der Frauenklinik. Hier wird der Vorschlag „Bellini“ des Aarauer Architekturbüros Schneider & Schneider realisiert.

Holger Baumann, Vorsitzender der Geschäftsleitung, bekräftigte am Dienstag den definitiven Verzicht auf einen Abriss der Frauenklinik. Die gravierenden Baumängel am 2002 eröffneten Gebäude waren 2007 entdeckt und 2009 teilweise saniert worden. Trotzdem müssen nun die Stützlager ersetzt werden.

Nach der Sanierung der Frauenklinik ziehen dann ab 2020 die Tumor-Disziplinen, die heute über das ganze Insel-Areal verstreut sind, in das neue Gebäude, das auf rund 250 Millionen Franken veranschlagt ist.

Bettenhochhaus weicht Grünfläche

Die letzte Etappe umfasst bis 2025 die Leerung und dann den Abbruch des dannzumal 50-jährigen Bettenhochhauses. Eine Sanierung wäre bei gleichzeitigem Weiterbetrieb zu aufwändig und wenig effizient. Erhalten bleiben der Polikliniktrakt 1 und der Eingangstrakt zum heutigen Bettenhochhaus. Er soll patientenfreundlich umgebaut werden.

Dort, wo sich heute das Bettenhochhaus befindet, wird künftig eine Grünzone sein. Diese "Fruchtfolgefläche" soll laut den Spitalverantwortlichen künftigen Generationen als Planungsreserve dienen.

Die Grundlage für den Ausbau des Inselareals hatte das Stadtberner Stimmvolk am 8. März mit der deutlichen Annahme der Überbauungsordnung gelegt. Diese sieht auch eine Entflechtung des Fuss- und Veloverkehr vom motorisierten Verkehr vor.

Seit dem Fahrplanwechsel hält zudem die Buslinie 11 im Spitalareal. Man sei zwar "sehr glücklich" mit dem neuen Bus-Anschluss, erklärte Leu. Langfristig fasse man jedoch eine S-Bahn-Station beim Inselspital ins Auge, um die öV-Anbindung deutlich zu verbessern. (sda/mt)

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