In Uri wohnt man am günstigsten

In Uri wohnt man am günstigsten

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Teaserbild-Quelle: Quelle: Credit Suisse

Wenn es nur nach dem frei verfügbaren Einkommen geht, dann lebt man im Kanton Uri am günstigsten. Das heisst, nach Abzug aller Fixkosten bleibt im Zentralschweizer Kanton am meisten für den privaten Konsum übrig. Das hat eine aktuelle Berechnung der Credit Suisse ergeben.

Der „richtige“ Wohnort ist für jeden individuell, spielen hierbei doch eine Menge Faktoren wie Wohnlage, Infrastrukturangebot, die Verfügbarkeit passender Wohnungen oder persönliche Vernetzung eine Rolle. Aber auch finanzielle Aspekte sind wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Mietkosten, sondern auch um Steuerabzüge, die Krankenkassenprämie oder die Kosten für die Kinderbetreuung. Diese Beträge sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich – und das wirkt sich direkt auf das frei verfügbare Einkommen aus. Damit ist der Betrag gemeint, der einem Haushalt unter Berücksichtigung aller Einkommenskomponenten und nach Abzug sämtlicher Zwangsabgaben und Fixkosten für den privaten Konsum übrig bleibt. Die Credit Suisse hat berechnet, in welchem Kanton es sich unter diesem Aspekt am günstigsten leben lässt.

Uri ist am attraktivsten

Der Spitzenreiter ist der Kanton Uri, so wie bei der letzten Berechnung im Jahr 2011. Auf dem zweiten Platz liegt Glarus. Wie es in einer Mitteilung der CS heisst, böten die beiden Kantone neben geringen Wohnkosten eine moderate Steuerbelastung und vergleichsweise günstige Krankenkassenprämien. Am anderen Ende der Skala liegen wie schon 2011 Genf und Basel-Stadt. Dort ist die finanzielle Wohnattraktivität am geringsten im ganzen Land. Hier verbliebe bei gleichem Einkommen am Ende des Monats weniger Geld als in suburbanen oder ländlichen Gegenden, schreibt die CS. Der vermeintlich attraktive Kanton Zug schafft es nur ins hintere Mittelfeld. Hier ist zwar die Steuerbelastung äusserst gering – die hohen Wohnkosten verhindern aber eine bessere Positionierung.

Familien geht’s in der Westschweiz besser

Bei der aktuellen Berechnung berücksichtigte die CS zum ersten Mal auch die Ausgaben für die Kinderbetreuung. Als „Modell“ dient hierbei eine Familie mit zwei Kindern, die je zwei Tage pro Woche fremdbetreut werden, sowie einem Erwerbseinkommen von 80‘000 Franken. Sie trägt Kosten zwischen weniger als 3000 Franken in Bern und über 26‘000 Franken in anderen Landesteilen. Die maximalen steuerlichen Abzüge für diese Kosten sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von 3000 Franken im Wallis bis zu 19‘000 Franken in Neuenburg. Spitzenreiter Uri kennt keine Obergrenze. Die CS zieht den Schluss, dass die Modellfamilie im Wallis, im Jura und in Freiburg am günstigsten lebt. „Die Westschweizer Kantone weisen tendenziell höhere Familienzulagen, Krippensubventionen und Betreuungsabzüge aus und sind für Familien mit Fremdbetreuung insgesamt attraktiver als die Deutschschweiz“, heisst es in der Mitteilung.

Pendlerabzug spielt eine Rolle

Auch bei den Pendlerkosten gibt es in den Kantonen grosse Unterschiede. Rein finanziell betrachtet lohnt sich ein Umzug in suburbane Gemeinden in den meisten Fällen – obwohl der Weg zur Arbeit dann weiter ist. Denn aufgrund geringerer Wohnkosten würde es sich dort meist günstiger leben als im Zentrum.

Der Bund hat bekanntlich per Anfang Jahr die maximalen Pendlerabzüge auf 3000 Franken halbiert, womit dezentrales Wohnen eigentlich weniger attraktiv wird. Für Kantone wie etwa Zürich und Basel-Stadt trifft das auch zu, denn sie sind dem Bund gefolgt. Andere Regionen, die stark auf Pendler angewiesen sind, lassen aber weiterhin unbeschränkte Abzüge zu. Das gilt etwa für Uri, Glarus, Graubünden, Wallis und Freiburg. (pd/mt)

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Quelle: Credit Suisse
Der RDI-Indikator (Regional Disposable Income) stellt die finanzielle Wohnattraktivität von Regionen für den breiten Schweizer Mittelstand relativ zum Landesdurchschnitt von null dar. Positive Werte kennzeichnen höhere, negative Werte tiefere frei verfügbare Einkommen im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt.