In Biel und Nidau beginnt Mitwirkung zu A5-Westast-Begleitplanung

In Biel und Nidau beginnt Mitwirkung zu A5-Westast-Begleitplanung

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Teaserbild-Quelle: Illustrationen zvg

Wie sollen sich die Städte Biel und Nidau in den kommenden 35 bis 50 Jahren entlang dem geplanten A5-Autobahn-Westast entwickeln? Zu dieser Frage legen die beiden Städte nun der Bevölkerung ihre Ideen vor und informieren mit einer Ausstellung.

Die Schau besteht aus Plänen, Karten und Modellen und ist in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Buchhandlung an der Bieler General-Dufour-Strasse eingerichtet worden. Am Dienstag gaben die beiden Städte Medienschaffenden einen Einblick, bevor die Ausstellung heute Mittwoch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Zu sehen ist etwa, dass das Nidauer Weidteile-Quartier, durch das heute die vielbefahrene Bernstrasse führt, künftig ein parkartiges Wohngebiet sein soll. Dies, weil der neue A5-Westast den Verkehr aufnehmen und die Autobahn weitgehend im Untergrund verlaufen soll.

Im Gebiet "Bienne Centre" stellen sich die Planer ein Dienstleistungszentrum mit ähnlich hohen Gebäuden vor wie auf der anderen Seite des Bieler Bahnhofs. Es gehe darum, die an dieser Stelle in einem offenen, tiefen Graben verlaufende Autobahn so gut wie möglich einzufassen, sagte dazu die Leiterin der Bieler Stadtplanungs-Abteilung, Florence Schmoll.

Im dritten betroffenen Gebiet, der Seevorstadt, möchten die Planer die visuelle Achse von diesem Quartier hin zum See mit einer Promenade oder "Rambla" verstärken. Am nördlichen Ende des Bieler Strandbodens mündet dereinst der A5-Westast via einen Tunnel in die Schnellstrasse Richtung Neuenburg ein.

Nidaus Stadtpräsidentin Sandra Hess sagte bei der Vorstellung der Ausstellung vor den Medien, der Autobahnbau sei für die beiden Städte eine riesige Chance. "Wir müssen diese Chance auf die Umgestaltung der Städte nutzen."

Volk kann "Anregungen" machen

Heute Mittwoch starten die beiden Städte auch die öffentliche Mitwirkung zu dieser sogenannten städtebaulichen Begleitplanung A5-Westast. Zu diesem Zweck legen die beiden Städte ausser in der Sonderausstellung auch auf den Stadtkanzleien Unterlagen und Pläne zur Einsichtnahme auf.
Dieses Verfahren dauert einen Monat lang. In dessen Rahmen werden Biels und Nidaus Behörden auch zwei Informationsanlässe für die Bevölkerung durchführen. Bis zum 10. März hat die Bevölkerung anschliessend Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Diese würden als "Anregungen" in das weitere Planungsverfahren aufgenommen, heisst es in einer Mitteilung der beiden Städte.

Zum Bau des A5-Westasts in der geplanten Form gibt es im Raum Biel/Nidau eine starke Opposition. Ein Komitee möchte, dass der Kanton Bern statt eine konventionelle Autobahn mit Ein- und Ausfahrten eine Autobahn dritter Klasse mit Mischverkehr baut.

Mit Blick auf diese Opposition wiesen die Behörden am Dienstag darauf hin, dass es nun nicht um den Autobahnbau an sich gehe, sondern nur um städtebauliche Fragen. Das Generelle Autobahn-Projekt sei vom Bundesrat genehmigt worden.

Schon bald folgt allerdings die öffentliche Auflage des kantonalen Ausführungsprojekts für den Bau des A5-Westasts: Noch im Frühling 2017 will der Kanton diese Strassenbaupläne veröffentlichen. Dann haben direkt Betroffene die Möglichkeit, Einsprachen zu erheben.

Der A5-Westast soll ab zirka 2019 gebaut werden und ab etwa 2030 die Schnellstrassen Bern-Biel und Biel-Neuenburg miteinander verbinden. Den A5-Ostast wollen Kanton und Bund im Spätsommer dieses Jahres eröffnen.

Die Agglomeration Biel erhalte dank dieser beiden Äste eine Ringautobahn, sagte Biels Stadtpräsident Erich Fehr am Dienstag. Ziel sei, nicht nur die 20 Prozent Transitverkehr durch Biel auf diesen Ring zu leiten, sondern auch einen grossen Teil des in der Agglomeration selber entstehenden Verkehrs.

Die Kosten für den Bau des A5-Westasts werden auf etwa zwei Milliarden Franken geschätzt. Sein Bau wird den Nordosten des Nidauer Gemeindegebiets und den Südwesten Biels stark verändern: Etwa 100 Gebäude müssen dem Bau weichen, wie Stefan Graf vom kantonalen Tiefbauamt am Dienstag am Rand der Medienkonferenz auf Anfrage sagte. (sda)

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