Implenia: Mehr Umsatz nach Zukauf

Implenia: Mehr Umsatz nach Zukauf

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Teaserbild-Quelle: Bilder: zvg

Der Baukonzern Implenia hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2015 dank einer Übernahme deutlich steigern können. Der Gewinn fiel jedoch erheblich tiefer aus als im Vorjahr.

Das Konzernergebnis von Implenia reduzierte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 52 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilt. Der Grund dafür sind Sonderkosten für die Übernahme der deutschen Bilfinger Construction sowie ein schlechterer Geschäftsgang in den Bereichen Infrastruktur und International. Der Zukauf hat sich jedoch positiv auf den Umsatz ausgewirkt. Dieser erhöhte sich nämlich um 13 Prozent auf 3,29 Milliarden Franken. Währungsbereinigt ist der Baukonzern im letzten Jahr um 15 Prozent gewachsen.

Auftragsbuch auf Rekordniveau

Die Auftragsbücher von Implenia sind prall gefüllt. Per Ende 2015 lag der Bestand mit rund 5,1 Milliarden deutlich über dem Vorjahreswert (3 Milliarden). Wie es heisst, sind davon netto 349 Millionen Franken auf die Erstkonsolidierung der Bilfinger Construction zurückzuführen.

Entsprechen positiv blickt der Konzern in die Zukunft, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Das angestrebte Ziel beim Betriebsgewinn von 140 bis 150 Millionen Franken bleibe gültig.

Rekord bei der Projektentwicklung

Das Geschäftssegment Development, das sämtliche Aktivitäten der Gruppe in der Immobilien-Projektentwicklung in der Schweiz zusammenfasst, hat 2015 das rekordhohe Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholt. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 36,3 Millionen Franken, was einer Steigerung um 1,7 Prozent gegenüber 2014 (35,7 Millionen) entspricht. Implenia führt den Erfolg unter anderem auf die anhaltend hohe Dynamik der Immobilienmärkte in den Grossregionen Zürich und Lac Léman zurück.

Als Folge der erfolgreichen Projektrealisierung und der Zurückhaltung bei Landkäufen im jetzigen Marktumfeld hat sich die Landbank reduziert, und zwar von 230 auf 196 Millionen Franken. Sie bilde indes weiterhin eine solide Basis für die erfolgreiche Entwicklung des Geschäfts, schreibt Implenia dazu.

Totalunternehmergeschäft harzt

Das Segment Schweiz hat ein Ergebnis auf Vorjahresnivau erzielt. Es umfasst die Leistungen des Baukonzerns im Schweizer Markt in den Bereichen Modernisierung von Wohn- und Geschäftsimmobilien, Genral-/Totalunternehmung, Hochbau sowie Strassen- und Tiefbau. Der Betriebsgewinn liegt bei 38,8 Millionen Franken (2014: 38,4 Millionen).

Stark entwickelt habe sich im letzten Jahr die Modernisierung von Wohn- und Geschäftsräumen. Im klassischen General- und Totalunternehmergeschäft habe jedoch ein Ergebnis unter den Erwartungen resultiert. „Vor allem der Geschäftsgang in den ersten sechs Monaten blieb hinter den gesteckten Zielen zurück“, schreibt Implenia. Die Leistung habe zwar in der zweiten Jahreshälfte verbessert, der Rückstand aber nicht aufgeholt werden können.

Erfreulich sieht hingegen der Auftragsbestand des Segments Schweiz aus: 2,6 Milliarden, 30,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Neat erfolgswirksam

Mit dem Ergebnis im Segment Infrastructure (Tunneling, Spezialtiefbau und Grossprojekte in den Heimmärkten) ist man bei Implenia „zufrieden“. Das EBIT belief sich auf 17,5 Millionen Franken, was einem Plus von 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (13 Millionen) entspricht. Dies allerdings vor Abzug der Amortisationskosten für die im Zug der Übernahme der Bilfinger Construction erworbenen immateriellen Vermögenswerte. Das ausgewiesene EBIT liegt daher bei 8,1 Millionen Franken. Die Tunnelbaustelle in der Schweiz entwickle sich weiterhin sehr erfreulich, schreibt Implenia hierzu. Aber auch das Neat-Grossprojekt sei definitiv erfolgswirksam abgeschlossen worden.

In der Projektaquisition hat das Segment Infrastructure Erfolge verbuchen können, und zwar in allen definierten Heimmärkten. Der Auftragsbestand hat sich um fast 150 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Franken erhöht.

Erneuerung des Verwaltungsrats

Mit dem Jahresergebnis hat Implenia auch eine weitere Umgestaltung des Verwaltungsrats bekanntgegeben. Nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze (baublatt.ch berichtete) verlassen jetzt auch Patrick Hünerwadel und Hans-Peter Gürtler das Gremium. Beide stellen sich laut Mitteilung am 22. März (Generalversammlung) nicht mehr zur Wiederwahl, letzterer offenbar aus gesundheitlichen Gründen. Die beiden sollen durch EPFL-Professor Laurent Vulliet, Rechtsanwältin Ines Pöschel und den norwegischen Manager Kyrre Olaf Johansen ersetzt werden. Mit der Erneuerung wolle man die Bau- sowie Marktkompetenz verstärken und auch die stark gestiegene Bedeutung der von Implenia erfolgreich bearbeiteten europäischen Märkte berücksichtigen, heisst es im Communiqué. (pd/mt)