Implenia-Chef fordert Planungssicherheit

Implenia-Chef fordert Planungssicherheit

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Im Interview mit dem „Sonntags-Blick“ bezeichnet Implenia-Chef Anton Affentranger die Sicherung der bilateralen Verträge als absolut matchentscheidend. Es brauche möglichst schnell Planungssicherheit sonst gerate die Wirtschaft der Schweiz schnell in eine Abwärtsspirale.

Nach Affentranger hat die gesamte Wirtschaft der Schweiz und natürlich auch die Bauwirtschaft von den offenen Grenzen und der Zuwanderung profitiert. Die Sorge über eine Zubetonierung und Zersiedelung des Landes ist nach seiner Meinung nicht das wirkliche Problem sondern die sich rasant verändernde Welt. Diese wird globaler, gewisse Annahmen stimmen nicht mehr, die Finanzmärkte schwanken. Das alles schafft Unsicherheit. Nach Anton Affentranger hat die Initiative zu unrecht einfach die Einwanderer zu Sündenböcken gemacht. Politik und Wirtschaft hatten in dieser Sache ein Glaubwürdigkeits-Problem und den Bezug zur Bevölkerung nicht gefunden. Diesen Riss sieht er als Risiko für die Schweiz.

Gemäss Anton Affentranger beschäftigt man sich bei der Implenia schon lange damit, knappe Flächen so zu nutzen, dass möglichst wenig Kulturland verbraucht wird. Aber auch damit, wie man verdichten kann und ob es überhaupt noch zulässig ist, auf der grünen Wiese zu bauen.

Von der Forderung gewisser Politiker, die Abstimmung zu wiederholen, hält der Implenia-Chef wenig. Der Entscheid sei gefallen und zu akzeptieren, denn so funktioniere nun mal die Demokratie. Wichtig sei es jetzt Lösungen zu suchen, wie damit umzugehen ist. Man sollte sich nun hinter den Bundesrat stellen und sich nicht noch selbst zerfleischen.

Sozialpartnerschaft besser als staatliche Vorschriften

Immerhin kann er sich eine Rückkehr zu Kontingenten nicht wirklich vorstellen. Die Kontingente, die bis 2007 bestanden, hätten schon damals schlecht funktioniert. In Bezug auf die Mindestlohn-Initiative hält Affentranger im Sonntags-Blick-Interview fest, dass die Implenia keine Löhne unter 4000 Franken bezahlt. Trotzdem lehnt er die Initiative ab, weil die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften trotz meist knallharten Verhandlungen funktioniert. Sozialpartnerschaft ist für ihn besser für den Arbeitsfrieden als staatliche Vorschriften.

Implenia ist gut aufgestellt

Die Implenia erachtet er weiterhin als gut aufgestellt. In Europa sieht er gute Chancen. Die Implenia hat ein sehr erfolgreiches Norwegen-Geschäft und vor kurzem konnte ein Grossauftrag in Österreich gewonnen werden. Trotzdem bleibt für Affentranger das Schweizer Geschäft mit 90% des Umsatzes absolut zentral. Die am Sonntag angenommene Fabi-Vorlage sieht er als positiv für die Implenia und wohl auch für die ganze Bauwirtschaft. (mai)