Immobilienwirtschaft bringt Steuermilliarden

Immobilienwirtschaft bringt Steuermilliarden

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Die Erstellung, Bewirtschaftung und der Unterhalt von Gebäuden ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Schweiz. Insgesamt erbringt er 18 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung.

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Häuserbau lohnt sich

Die Immobilienwirtschaft bot 2011 insgesamt 530 000 Vollzeitstellen an, erwirtschaftete eine Bruttowertschöpfung von 99 Milliarden Franken und sorgte für Steuereinnahmen von mehr als zwölf Milliarden Franken. Damit ist sie gemäss einer Studie des Hauseigentümerverbands sowie der Bundesämter für Wohnungsentwicklung und Raumentwicklung ein Wirtschaftsfaktor von grosser Bedeutung in der Schweiz. Keine andere Einzelbranche erreiche dieses Gewicht, sagte Studienmitautor Heinz Rütter. So erarbeiteten die grössten Schweizer Wirtschaftszweige wie die öffentliche Verwaltung oder der Grosshandel je nur rund zehn Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Immobilienwirtschaft sei zudem mit Anteilen von 14 respektive zehn Prozent auch als Arbeitgeber und Steuerzahler sehr bedeutend.

Auch Mieten und der Kiesabbau mitgezählt

Das grosse Gewicht der Immobilienwirtschaft erreichten die Studienautoren, indem sie alle mit Bauten zusammenhängenden Tätigkeiten und Wertschöpfungen addierten. So finden sowohl die Mieten wie auch die Tätigkeit der Bauämter und Bauanwälte oder der Kiesabbau und die Zementherstellung Eingang in die Berechnung.

Die Mieten (inklusive Eigenmieten) und die gesamte Bauindustrie (inklusive Herstellung) machen dabei 85 Prozent der Wertschöpfung des neu definierten Wirtschaftssektors aus. Die Verwaltung und die Bewirtschaftung von Gebäuden - die Immobilienbranche im eigentlichen Sinn - kam dagegen 2011 zusammen mit der Reinigung und dem Unterhalt von Gebäuden lediglich auf einen Anteil von zwölf Prozent.

Weniger produktiv als andere Branchen

Die Studie zeigt aber auch die Defizite. So wird in der Immobilienwirtschaft pro Arbeitsstunde weniger Wertschöpfung geschaffen als im Schweizer Durchschnitt. Die Arbeitsproduktivität liegt knapp 20 Prozent unter der Gesamtheit aller Branchen. Weniger produktiv im Sinne der Volkswirtschaft sind gemäss der Studie vor allem das Reinigungspersonal, der Hauswart und der Bauhandwerker; aber auch die Architekten und Ingenieure. Überdurchschnittlich für Wertzuwachs sorgen dagegen die Angestellten der öffentlichen Verwaltung, der Immobilienunternehmen und der Banken. (sda)