Immobilienpreise: Entwicklung flacht ab

Immobilienpreise: Entwicklung flacht ab

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Die aktuelle „Preisindizes Analyse für Immobilien“ des Immobilien-Beratungsunternehmens IAZI AG verzeichnet leicht sinkende Preisentwicklungen für Einfamilienhäuser, moderate Preissteigerungen für Eigentumswohnungen und eine sinkende Tendenz bei den Preisen für Renditeliegenschaften.

In seiner Immobilienmarktanalyse für das vierte Quartal 2015 berichtet IAZI AG, und damit auch für das vergangene Jahr, von verhaltenen bis moderat rückläufigen Preisentwicklungen in den Immobilien-Teilmärkten. „Die heisse Phase ist vorüber.“

Eigentumswohnungen (EWO) nach wie vor mit Preiswachstum

Für das gesamte 2015 verzeichnet der Index im EWO-Segment ein moderates Wachstum von +1.2%. IAZI-CEO Donato Scognamiglio sieht einen gewichtigen Grund für diese Entwicklung darin, dass für viele Wohneigentum-Interessenten das Haus mit Umschwung zu teuer geworden ist. Die zurückhaltendere Praxis der Banken im Hypothekargeschäft, bzw.  bei der Immobilienfinanzierung mag dabei für einen zusätzlichen Dämpfer gesorgt haben.  Dies verstärkt indirekt den Trend zu den im Vergleich zum EFH kostengünstigeren Eigentumswohnungen. Überdurchschnittliche Preissteigerungen im EWO-Segment verzeichnen die Kantone Basel-Stadt mit +3,4%, St. Gallen mit +4,1% und Zug mit +5,2%. 

Einfamilienhäuser (EFH): Preisentwicklung moderat negativ

Im vierten Quartal 2015 entwickelten sich die EFH Transaktionspreise mit –0,5% negativ (Vorquartal noch +0,2%). Auf das Gesamtjahr ergibt sich noch ein Preiswachstum von +0,7%. Markante Preissteigerungen bei den Einfamilienhäusern gab es wiederum in den Kantonen Basel-Stadt mit +3,4% und St. Gallen mit +4,1%.

Mehrfamilienhäuser (MFH): leicht sinkende Transaktionspreise

Seit April macht sich in diesem Marktsegment eine leicht sinkende Tendenz bemerkbar. Für das ganze 2015 beträgt der Preisrückgang –0,3%. Gemäss Donato Scognamiglio hat ein hohes Preisniveau zu sinkenden Bruttoanfangsrenditen geführt. Das hält vor allem Pensionskassen zunehmend davon ab, bei Preisrunden mitzubieten, was zu einer tendenziellen Entspannung auf dem Markt beiträgt. Zudem haben vor allem die grossen Banken die Bedingungen in der Hypothekenvergabe auch bei Renditenliegenschaften nochmals verschärft, was sich im MFH-Segment ebenfalls dämpfend auswirkt. 

Rückläufige Angebotspreise

Die „ImmoScout24 IAZI-Immobilienindizes“ basieren nicht auf den Transaktions-  sondern auf den inserierten Angebotspreisen. Sie können daher als Vorlaufindikator für zukünftige Marktentwicklungen gelten. Der Preisrückgang bei den Angeboten für Einfamilienhäuser beträgt –0,1% und für Eigentumswohnungen  –0,4%. Das heisst, dass sich die Verkäufer auf einen labiler gewordenen Markt einstellen und mit leicht sinkende Preisvorstellungen auf den Markt kommen. 

Ausblick

Trotz Anlagenotstand bei weiterhin tiefen Zinsen sind die markanten Preissteigerungen Vergangenheit. Angesichts eines unsicheren wirtschaftlichen und politischen Umfeldes sowie der zunehmend vorsichtiger agierenden Immobilien-Finanzierer rechnen die Experten von IAZI für  2016 mit einer verhaltenen bis leicht rückläufigen Entwicklung der Immobilienpreise auf immer noch beachtlichen Niveau erleben. (mai)