Immobilienmarkt: Schwieriger starker Franken

Immobilienmarkt: Schwieriger starker Franken

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Das Frankenhoch dürfte in nächster Zeit eine der grossen Herausforderungen für den Schweizer Immobilienmarkt sein. Das gilt auch für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, deren Auswirkungen auf den Markt noch unklar sind. Dies geht aus „Immo-Monitoring“ für das Frühjahr des Immobilienberatungsunternehmens Wüest & Partner hervor.

In Anbetracht der zu erwartenden Herausforderungen stelle sich mehr denn je die Frage, in welcher Verfassung sich der Immobilienmarkt zurzeit befinde, heisst es in der Medienmitteilung zum aktuellen Immo-Monitoring.

Mietwohnungen: Nachfrage in den Zentren stagniert

Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich der Mietwohnungsmarkt mehrheitlich entspannter als noch vor Jahresfrist. Laut den Experten von Wüest & Partner dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen, weil heuer bis zu 27‘000 neu erstellte Mietwohnungen auf den Markt kommen könnten. Was die Lage betrifft driften Angebot und Nachfrage allerdings zusehends auseinander: Während die Anzahl der ausgeschriebenen Wohnungen in den grossen Zentren auf einem moderaten Niveau stagniert, erhöht sie sich vorwiegend in den Agglomerationen und in der Peripherie. Parallel zur Angebotsausdehnung  werden gemäss Wüest & Partner wegen der  leicht abnehmenden Zuwanderung  weniger Nachfrageimpulse zu spüren sein. Über die ganze Schweiz gesehen rechnet das Unternehmen für dieses Jahr bei den Mieten der inserierten Wohnungen allerdings noch mit einer leichten Zunahme von 0.4 Prozent.

Wohneigentum: Preisdynamik nimmt weiter ab

Abgesehen von den teuren Objekten stehen Eigentumswohnungen insgesamt auf einem stabilen Fundament. Dies führen die Experten von Wüest & Partner auf zwei Faktoren zurück: Vergangenes Jahr haben die Angebotspreise nochmals um 2.1% zugelegt. Zudem bleiben die mittleren Insertionsdauern konstant; Ende 2014 haben sie sich – über alle Preisklassen gesehen – sogar leicht reduziert. Sie betragen durchschnittlich rund 70 Tage.

Im laufenden Jahr werde die Preisdynamik weiter abnehmen, teilt Wüest & Partner mit. Aber dennoch sei bis Ende Jahr ein leichter Preisanstieg von 0.2% zu erwarten.

Im Segment der Einfamilienhäuser hat sich jüngst das Preiswachstum schweizweit spürbar verlangsamt. Allerdings gibt es relativ regionale Unterschiede: Während  am Genfersee die Angebotspreise innert Jahresfrist um 4.5% schwächer tendierten, wurden in der Ost- und Innerschweiz 2014  Anstiege von 3 beziehungsweise 2.6% registriert. - Für 2015 rechnet Wüest & Partner mit einem mittleren Preiswachstum von 0.5%.

Geschäftsflächenmarkt: „Lichtstreifen am Horizont“

Das Umfeld des Büroflächenmarkts ist weiterhin schwierig. Allerdings sorgt das abnehmende Volumen der Baubewilligungen laut Medienmitteilung „für einen Lichtstreifen am Horizont“. Mittelfristig werde sich so das Angebot an neu erstellten Büroflächen verringern. Dennoch rechnen die Immobilienexperten vorerst mit sinkenden Mieten beim ausgeschriebenen Angebot. Der Prognosewert für dieses Jahr  liegt bei minus 2.0%.

Die Auswirkungen der Frankenstärke auf die Verkaufsflächen sind unterschiedlich. Eine der augenfälligsten ist die grössere Attraktivität des Euroraums als Einkaufs- und Feriendestination. Dennoch macht Wüest & Partner „zwei verheissungsvolle Signale“ aus: eine robuste Konsumentenstimmung und mehr Spielraum bei den privaten Haushaltsbudgets.

Unter dem Strich deute vieles darauf hin, dass sich der inländische Privatkonsum abschwächen dürfte; ein eigentliches Absacken hingegen sei nicht zu befürchten. Somit nehmen die Experten an, dass die Mieten von angebotenen Verkaufsflächen dieses Jahr um 2.3% sinken dürften. (mai/mgt)