Immobilienblasen-Index der UBS: Hypothekarverschuldung wächst weiter

Immobilienblasen-Index der UBS: Hypothekarverschuldung wächst weiter

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Gemäss dem UBS-Immobilienblasen-Index für das vierte Quartal 2015 übertraf das Wachstum der Hypothekarverschuldung die Einkommensentwicklung so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr.  Neu gehören die Ostschweizer Wirtschaftsregionen zu den Monitoringregionen mit erhöhtem und die Region Lugano zu den Gefahrenregionen mit hohem Korrekturpotenzial.

Trotz eines etwas bescheideneren Wachstums im 4. Quartal 2015 stiegen die ausstehenden Hypothekarkredite der Haushalte im Vorjahresvergleich immer noch um respektable +3,2%.  Dagegen hat sich das verfügbare Einkommen der Haushalte 2015 um etwa –0,5% verringert. Der UBS-Immobilienblasenindex kletterte im vierten Quartal 2015 auf 1,41 Punkte. Damit bleibt er im Risikobereich, d.h. in der zweithöchsten Stufe des Index. Ab einem Wert von 2 würde die UBS von einer Immobilienblase sprechen. 

Noch kein markanter Rückgang der Investitionsnachfrage in Sicht

Die Eigenheimpreise erhöhten sich im 4. Quartalen noch um +0,5% im Vergleich zum Vorquartal und um rund +2% gegenüber dem Vorjahr. Teuerungsbereinigt lag die Wachstumsrate fast +1% über der Höhe der durchschnittlichen Preissteigerungen der letzten zwei Jahre. Einen kleinen Dämpfer erfuhr die Entwicklung des Blasenindex durch etwas geringere Bauinvestitionen und durch weiterhin rückläufige Anträge für Hypothekarkredite bei der UBS für Eigenheime zur Vermietung. Ein deutlicher Rückgang der Investitionsnachfrage nach Eigenheimen ist angesichts des anhaltend tiefen Zinsumfeldes nicht zu erwarten. 

Preissteigerungen verlagern sich in die Peripherie

Die starken Preissteigerungen in den Zentren haben dazu geführt, dass sich viele Interessenten für noch zahlbare Alternativen in der Peripherie entscheiden. So liegen die Preiswachstumsraten in der Ostschweiz zwischen +4 bis +6 Prozent. Ein deutlicher Hinweis auf diese Entwicklung. Die Ostschweizer Regionen Thurtal, Oberthurgau, Linthgebiet erscheinen deshalb erstmals auf der Risikokarte, d.h. als Regionen mit erhöhten Korrekturpotenzial. Als Gefahrenregion mit erhöhtem Korrekturpotenzial erscheint neu auch Baden im UBS-Blasenindex. 

Lugano neu als Gefahrenregion

Die grösste Stadt und das Wirtschaftszentrum der Südschweiz findet sich im Blasenindex neu bei den Gefahrenregionen mit hohem Korrekturpotenzial. Der Bauboom im Sottoceneri, getragen auch von einer hohen Zuwanderung aus Italien hinterlässt seine Spuren. 

Entwarnungen gibt es gemäss UBS in den touristischen Regionen, in denen das Überangebot und der starke Franken auf die Eigenheimreise drückten. Davos und das Oberengadin erscheinen deshalb nicht mehr als Gefahrenregionen sondern (nur) noch als Regionen mit erhöhtem Korrekturbedarf. (mai)