Immobilienblase: Risiko leicht gesunken

Immobilienblase: Risiko leicht gesunken

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Zwar befindet sich der Schweizer Immobilienmarkt auf dem Höhepunkt eines seit 15 Jahren andauernden Preiszyklus, dennoch hat sich die Gefahr einer drohenden Immobilienblase etwas entschärft. Dies geht aus dem vierteljährlich erhobenen Immobilienblasen-Index der UBS hervor.
 
Die Risiken einer Blase dehnen sich verstärkt in mittelgrosse Zentren und in die Randgebiete der Agglomerationen aus: Neu zählen die Regionen Locarno, Mutschellen, Winterthur sowie das Zürcher Ober- und Unterland zu den Gebieten mit „erhöhtem Gefahrenpotenzial“ oder vielmehr zu den sogenannten Monitoring-Regionen, zu denen bereits das Prättigau gehört, Nidwalden, Basel-Stadt und das Knonaueramt. Grund für diese Entwicklung sind laut UBS die steigenden Preise in den grossen Städten und in ihren direkten Agglomerationen.
 
Die Anzahl der Gefahrenregionen blieb hingegen unverändert: Zürich, Glatttal-Furttal, Limattal, Zimmerberg, Pfannenstiel, Saanen-Obersimmental, Luzern, Innerschwyz, March, Zug, Unteres Baselbiet, Davos, Oberengadin, Lausanne, Morges, Nyon, Vevey und Genf.
 
Gesamthaft hat sich das Risiko einer Immobilienblase etwas beruhigt: Der UBS-Immobilienblasenindex ist im zweiten Quartal 2013 eher schwach angestiegen, und zwar um 0.03 Punkte auf 1.20 Punkte.  Die Abflachung der Indexentwicklung habe die verbreitete Wahrnehmung einer graduellen Marktberuhigung auf dem Wohnimmobilienmarkt bestätigt, teilt die Grossbank mit.

Keine Anzeichen für eine Beschleunigung

Laut den Experten zeigt der Index im Gegensatz zur Immobilienblase der 1980er keine Anzeichen einer Beschleunigung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den kommenden Quartalen eine spekulative Wohnimmobilienblase aufbaue und danach platze, habe sich damit vorerst etwas entschärft. Dennoch: Ohne eine anhaltende Beruhigung kann das Risiko einer Preisblase in den kommenden Quartalen wieder zunehmen. Der Markt befindet sich laut UBS auf dem Höhepunkt eines mittlerweile 15 Jahre andauernden Preiszyklus. Sie zeige insgesamt deutliche Anzeichen einer Überbewertung.
 
Der leichte Indexanstieg wird erneut durch anhaltende Preisserhöhungen bei Wohnimmobilien und die Zunahme der Hypothekarkredite bei stagnierenden Haushaltseinkommen und Konsumentenpreisen getrieben. Im Jahresvergleich sind die Preise für Eigenheime real um 5,4 Prozent geklettert. Der starke Anstieg wird jedoch durch die leichte Korrektur im Juni des vergangenen Jahres begünstigt.
 
Gleichzeitig stiegen die Hypothekarvolumen im Jahresvergleich um 4,3 Prozent oder 29 Milliarden Franken an. Das verfügbare Haushaltseinkommen nahm hingegen nur um 1,4 Prozent oder rund fünf Milliarden Franken zu. Im Falle eines starken Zinsanstiegs wachsen die Risiken für die Volkswirtschaft laut den Fachleuten UBS weiter. (mai/mgt)