Immobilien und Bau: Wachstum flacht ab

Immobilien und Bau: Wachstum flacht ab

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Die aktualisierte Konjunktur-Metaanalyse für die Prognosen von 2015 von Fahrländer Partner stützt ihre Erkenntnisse auf alle wichtigen Indikatoren und Prognose-Institute in der Schweiz (Seco, KOF, CS, UBS, Créa, BAK).  Damit fliessen "Ausreisser" einzelner Institute in einen mittleren Prognosewert, womit ein ziemlich verlässliches, breit abgestütztes Prognosebild entsteht. Die so errechneten Mittelwerte für eine BIP-Prognose nach dem SNB-Entscheid liegen bei +0,5% für 2015 und bei +1,2% für 2016. Die Mittelwerte für die Arbeitslosenrate liegen bei 3,4% für 2015 und 3,6% für 2016. 

Im Detail: Gemäss SECO kommt es auf Grund des SNB-Entscheides im 2015 zu einem im Vergleich zu den Dezember-Prognosen schwächeren BIP-Wachstum von +0,9% im 2015 und von +1,8% im 2016. Etwas optimistischer gibt sich BAKBasel mit  der Erwartung eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von +1,0% im laufenden Jahr und einem Anstieg von +1,8% im 2016. Verhaltener zeigen sich die übrigen Institute. Die KOF-BIP-Prognose bewegt sich bei pessimistischen –0,5% für 2015 und 0,0% für 2016 während die UBS +0,5% im 2015 und +1,1% im 2016 prognostiziert. Und der PMI-Index von procure.ch/CreditSuisse rechnet mit +0,8% im 2015 und +1,2% im 2016. Trotz der auf Grund des SNB-Entscheides zurückgenommenen Wachstumserwartungen bewegen sich die durch Fahrländer Partner errechneten Mittelwerte somit noch deutlich im grünen Bereich mit +0,5% im 2015 und +1,2% im 2016. 

Gelassenheit trotz Minus-Inflation 

Die Inflationsprognosen der SNB stehen bei –1,1% für 2015 und –0,5% für 2016. Erst für 2017 rechnet die SNB mit einer Inflation im Plus-Bereich. Anders als die EZB mit ihrer angelaufenen riesigen Geldschwemme und ihren Deflationsängsten gibt sich die SNB weniger aufgeregt und mag die Negativ-Inflation nicht dramatisieren. Der billige Euro und damit günstigere Importpreise auch für Zulieferungsprodukte sowie die tiefen Ölpreise haben eine begründbare deflationäre Entwicklung in unserem Land. Sie können die Folgen der Frankenaufwertung (etwas) relativieren. 

Ziemlich stabiler Immobilienmarkt

Die Metaanalye Immobilien von Fahrländer Partner für den Bereich Wohnimmobilien zeigt einen durchzogenen Ausblick aber auf hohem Niveau. 

Gemäss Transaktionspreisindizes FPRE sind im 4. Quartal 2014 sind die Preise für Eigentumswohnungen schweizweit um +1,6% gestiegen, wobei der Anstieg in der Region Genfersee am stärksten ausfiel. Auch die Preise für Einfamilienhäuser sind noch um +2,0% gestiegen. Auf Grund der wirtschaftlichen Abschwächung wurden die Prognosen zu den Immobilienpreisen für Eigentumwohnmungen auf –0,5% und für Einfamilienhäuser auf –0% gesenkt. 

Der SWX IAZI Preisindex für Immobilien registrierte für das 4. Quartal 2014 leicht, um -0,2% sinkende Preise für Mehrfamilienhäuser, nachdem sie noch im 3. Quartal um 2,9% angestiegen waren. Die Durchschnittspreise für Einfamilienhäuser sind leicht gefallen um -0,1%, dagegen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um +0,4%. 

Der Preiserwartungsindizes HEV-FPRE stützt sich auf eine Befragung von 756 Immobilienmarkt-Experten, die im 4. Quartal 2014 stattfand.  Diese Fachleute erwarten in den kommenden zwölf Monaten rückläufige Wohneigentumspreise. Nachdem im 2. Quartal 2014 erstmals seit 2009 mit  –3 Indexpunkten ein negativer Indexwert beim Wohneigentum resultierte, liegt der aktuelle Wert mit –23,0 Punkten nochmals deutlich tiefer.

Die Marktmieten für Altbauwohnungen sind im 4. Quartal 2014 landesweit um +2,1% angestiegen. Dagegen blieben die Mieten für Neubauwohnungen mit +0,2% praktisch stabil. 

Das Überangebot an Geschäftsflächen drückt auf Mieten und Preise. Die Prognosen von Wlüest & Partner deuten bei den Büroflächen auf einen Rückgang der Mieten um –3,2% und bei den Verkaufsflächen um –1,3%. 

Bautätigkeit

Die Prognosen für die Bautätigkeit werden moderate Steigerungen prognostiziert. Für die Jahre 2015 und 2016 sind dies für den Hochbau +1,0% und +1,2%, Wohnbau +0,9% und +0,9%, für den Tiefbau +1,3% und +1,4%.  (mai/mgt)