Immer mehr Kapazitätsengpässe im Verkehr

Immer mehr Kapazitätsengpässe im Verkehr

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In den Metropolitanräumen Zürich und Arc Lémanique wird die Bevölkerung schweizweit am stärksten zunehmen. Gleichzeitig nimmt die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsplatz zu, was wiederum zur Folge hat, dass weiterhin in Verkehrsprojekte investiert werden muss. Kapazitätsengpässe dürften aber auch dann drohen. Dies sind nur zwei Herausforderungen, die in der Schweiz in rund 20 Jahren gemeistert werden müssen und welche ein Bericht des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) auflistet.

 

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Vorbahnhofknoten beim Zürcher Hauptbahnhof. Stimmen die Prognosen der Studienautoren, bedarf es auch in Zürich weiterer Ausbauten.
Mit dem Bericht zur räumlichen Zukunft der Schweiz will das ARE will einen Diskussionsbeitrag zur zukünftigen Entwicklung von Siedlung und Verkehr in der Schweiz leisten. Auf der Basis von Trendberechnungen für das Jahr 2030 werden darin die grössten räumlichen Herausforderungen für die Zukunft abgeleitet. Die in den letzten Jahren gefällten milliardenteuren Investitionsentscheide für Strassen, Schienen und Agglomerationsverkehr sollten vor allem zu einer nachhaltigen Raum- und Verkehrsentwicklung beitragen. Dies gilt es vor allem auch für weitere Grossprojekte sicherzustellen, die in näherer Zukunft noch zum Entscheid anstehen.
 
Laut den Berechnungen des ARE wird die grösste Bevölkerungszunahme in den Metropolitanräumen Arc Lémanique und Zürich erwartet. Trotz der immer wieder beschriebenen Trends zur Arbeit in eigenen vier Wänden, ist die Zahl, der Jobs, die auch zu Hause erledigt werden können begrenzt. Darum rechnen Autoren des Berichts bis 2030 dennoch mit einer deutlichen Zunahme der räumlichen Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten. Somit wird die Nachfrage nach Verkehrsleistungen wird weiter zunehmen. Das Auto dominiert laut dem Bericht nach vor den Verkehr. Daneben wird die Belastung des Schienennetzes stark zunehmen. Auch bei massivem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur wird es Kapazitätsengpässe geben: Laut dem Bericht wird bis 2030 beim öffentlichen Verkehr eine Zunahme der Personenkilometer je nach Szenario bezogen auf 2005 von 74 Prozent bis 108 Prozent erwartet.

Urbane Dichte für möglichst zentrumsnahes Wohnen

 
Der Bericht sieht als grosse Herausforderung, dass die Verkehrsfinanzierung nicht den Zielen der Siedlungsentwicklung zuwiderläuft. Zielsetzung müsste sein, dass die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur eine „hochwertige urbane Dichte“ und zentrumsnahes Wohnen ermöglichen. An der Peripherie der Städte, wo die Bevölkerung am stärksten wächst, muss der Raum aufgewertet und verdichtet werden. Dazu ist laut Bericht ein attraktives ÖV-Angebot unabdingbar. In den Kernstädten besteht die Herausforderung darin, den Anteil des Langsamverkehrs – etwa Fussgäner oder Velofahrer – auf kurzen Distanzen zu erhöhen. (mai)
 

Diese Verkehrs-Prognosen stellt der Bericht

Beim Personenwagen-Verkehr weisen die Räume Zürich und Arc Lémanique eine überdurchschnittliche Verkehrsnachfrage auf, die sich bis 2030 auf manchen Abschnitten auf über 50 Prozent belaufen wird. Starke Zunahmen auf niedrigerem Niveau werden auch auf der Nord-Süd-Achse Basel-Lugano-Chiasso und auf der Achse Lausanne-Bern erwartet.
 
Beim ÖV findet das stärkste Nachfragewachstum auf der West-Ost-Achse statt. So wird bis 2030 auf der Achse Lausanne-Genf mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung von 30'000 bis 45'000 Personen gerechnet. Auf dem Abschnitt Olten-Zürich wird mit einer Zunahme von 70'000 bis 100'000 Passagieren gerechnet. Auf der Gotthard-Achse wird sich das Passagieraufkommen in den kommenden 17 Jahren verdoppeln. Und am Lötschberg könnte sich das Passagieraufkommen je nach Entwicklung im Wallis mehr als verdoppeln. - Zu den stark wachsenden ÖV-Korridoren gehören zudem die Strecken Bern-Zürich-Winterthur-St.Gallen, Olten-Basel, Zürich-Zug-Luzern, Bern-Fribourg-Lausanne, Lausanne-Genf, Bern-Wallis.
 
Von diesen Grundlagen ging der Bericht aus (Zunahmen bis 2030)

Einwohner
+ 17,6 %
Erwerbstätige
+ 11,6 %
 Arbeitsplätze
 11,2 %
Auszubildende
+10,8 %
Personenwagenbesitz
+ 24,4 %
General-Abo-Besitz
+ 108,5 %
Haltax-Abo-Besitz
+  25,6 %
Verkaufsflächen
+ 5,0 %
Freizeitanlagen
+ 0,0 %